Kapitalausstattung
Mittelstand geht gestärkt in die Krise

Die deutschen mittelständischen Unternehmen haben im vergangenen wirtschaftlichen Aufschwung ihre Kapitalausstattung deutlich gestärkt. Zu diesem Ergebnis kommt die Universität Münster, die im Auftrag der WGZ Bank die Bilanzen von 50 000 Firmen aus den Jahren 2002 bis 2007 auswertete.

FRANKFURT. „Damit setzt sich der seit fünf Jahren anhaltende Trend zur Verbesserung der Bilanzqualität weiter fort“, teilte die genossenschaftliche WGZ Bank mit.

Die Wissenschaftler hatten Kennziffern wie zum Beispiel die Eigenkapitalquote und die Gesamtkapitalrentabilität geprüft und daraus einen Indexwert von 110,4 Punkten für 2007 ermittelt. 2002 lag der Indexstand bei 92,1 Punkten. Zwar rechnen die Experten damit, dass sich die Bilanzqualität angesichts der bevorstehenden Rezession in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 verschlechtert. Doch wegen der zuletzt erzielten Fortschritte würden die Betriebe mit einer relativ stabilen Bilanz in den Abschwung gehen.

„Viele Mittelständler haben nicht nur ihre Unternehmen erfolgreich ausgerichtet, sondern auch gute Aussichten, mit einer soliden Bilanz die Rezession zu überstehen“, sagte Uwe Berghaus, Leiter Firmenkunden der WGZ Bank. Der Auswertung zufolge hat sich vor allem die Eigenkapitalquote erhöht: Lag sie 2002 im Durchschnitt noch bei lediglich 17,4 Prozent, so wiesen die Firmen fünf Jahre später eine Quote von 26 Prozent aus.

Das versetze viele Unternehmer in die Lage, die notwendigen Investitionen aus eigener Kraft schultern zu können, so Berghaus. Angesichts der wachsenden Klagen über knapper werdende Bankkredite ist dies eine positive Nachricht. Die einzelnen Branchen schneiden aber höchst unterschiedlich ab. Während der Facheinzelhandel mit einem Indexwert von 149,9 Punkten Spitzenreiter ist, erreicht der Hoch- und Tiefbau nur 57,3 Punkte. Sehr gut schnitt der Maschinenbau mit 122,8 Punkten ab. Das Speditionsgewerbe (102 Punkte) verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr.

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