Karl Theodor zu Guttenberg Ex-Verteidigungsminister tritt als Verwaltungsrat zurück

Nach nur einem Jahr tritt Karl Theodor zu Guttenberg als Verwaltungsrat bei Mountain Partners zurück. Der Ex-Verteidigungsminister erklärte den Schritt mit möglichen Interessenskonflikten. Er hat wohl schon neue Pläne.
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Der Ex-Verteidigungsminister hatte die Investmentfirma Spitzberg Partners gegründet. Quelle: dpa
Karl Theodor zu Guttenberg

Der Ex-Verteidigungsminister hatte die Investmentfirma Spitzberg Partners gegründet.

(Foto: dpa)

Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg tritt als Verwaltungsrat der Beteiligungsgesellschaft Mountain Partners zurück. Das erklärte er der WirtschaftsWoche. Er war damit nicht einmal ein Jahr im Amt.

Zu Guttenberg sagte, er habe seinen Rückzug bereits vor Ostern erklärt und begründete den Schritt mit den geplanten Aktivitäten seiner eigenen Investmentfirma Spitzberg Partners, die möglicherweise künftig bei Firmen einsteigt, „die eventuell in Konkurrenz zu Portfoliofirmen von Mountain Partners stehen könnten.“ Um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden, habe er sich zu dem Schritt entschieden.

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Am 1. März gibt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sein Amt auf - knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe. „Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten“, sagt er. „Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“

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Erste Gerüchte um Guttenbergs Rücktritt wurden am Dienstagvormittag bekannt. Guttenberg habe ein entsprechendes Rücktrittsgesuch bereits bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingereicht, berichtet die „Bild“-Zeitung. Auch das Bundespräsidialamt sei über den Schritt vorab informiert worden.

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28.02.2011: Lange hat er ihn verteidigt: Am Montag geht auch der Doktorvater von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf Distanz zu seinem früheren Doktoranden. Die in der Promotionsschrift entdeckten Mängel seien nicht akzeptabel, heißt es in einer Erklärung des emeritierten Bayreuther Jura-Professors Peter Häberle.

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22.2.2011: Auch die Bundeskanzlerin bewegte das mögliche Plagiat - betraf der Vorwurf ja einen ihrer beliebtesten Minister. Bislang gibt Merkel ihrem Verteidigungsminister Rückendeckung. Auch die Unionsfraktion stellte sich (noch) hinter Guttenberg.

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21.2.2011: Zu diesem Zeitpunkt will der Minister will noch an seinem Amt festhalten. Er gehe im Sturm nicht von Deck, sagte Guttenberg auf einer CDU-Veranstaltung. Auf seinen Doktortitel wolle er aber trotzdem dauerhaft verzichten. Der Verteidigungsminister bittet seine ehemalige Ausbildungsstätte, die Universität Bayreuth, den Titel zurückzunehmen.

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19./20.02.2011: Für die Opposition ist der Vorwurf gefundenes Fressen - und geht sogar noch einen Schritt weiter: Politiker verschiedener Couleur verdächtigen zu diesem Zeitpunkt den Minister, für seine Dissertation den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages missbraucht zu haben. Dazu kommt: Im Internet haben Hunderte von Plagiatsjägern nach eigenen Angaben auf mehr als 260 Seiten der Doktorarbeit abgeschriebene Textstellen gefunden.

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18.2.2011: Guttenberg kündigt in Berlin an, dass er bis zur Klärung der Vorwürfe durch die Universität Bayreuth auf seinen Doktortitel verzichtet. Er entschuldigt sich, räumt Fehler ein, versichert aber, die Dissertation sei kein Plagiat. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt, sie habe „volles Vertrauen“ in ihren Verteidigungsminister. Unterdessen werden zwei Strafanzeigen gegen Guttenberg gestellt. Die Vorwürfe: Mögliche Verstöße gegen das Urheberrecht und falsche eidesstattliche Versicherung.

In Unternehmen der Mountain Partners Gruppe sind oder waren unter anderem Theo Müller (Müllermilch), die Verlegerin Yvonne Bauer, Hans Porsche und der ehemalige Metro-Chef Hans Joachim Körber investiert.

Die WirtschaftsWoche berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über Streitigkeiten zwischen Mountain Partners und einigen reichen Anlegern. Mountain Partners warb etwa für Kapitalerhöhungen in Präsentationen mit erwartbaren Renditen von mehr als 20 Prozent jährlich, die auf Erfahrungen der Vergangenheit beruhen sollen.

Auf Nachfrage der WirtschaftsWoche wollten Vertreter des Unternehmens nicht erklären, wie und wo eine Rendite in dieser Größenordnung entstanden sein soll. Einige Aktionäre zeigen sich unzufrieden und kritisieren, dass die Mountain Partners AG innerhalb von elf Jahren unter dem Strich noch keinen Gewinn gemacht hat, obwohl einige Beteiligungen, wie etwa an Secusmart und Lieferando, gewinnbringend verkauft wurden.

Zudem bemängeln einige Aktionäre, dass im Rahmen von Kapitalerhöhungen immer wieder ein Börsengang in Aussicht gestellt worden sei. Mountain Partners erklärte hierzu, ein Börsengang des Unternehmens sei eine Option. Die Realisierbarkeit hänge unter anderem von der Unternehmensgröße und den Marktbedingungen ab. Zu Guttenberg erklärte explizit, sein Rückzug aus dem Verwaltungsrat habe mit etwaigen Konflikten des Unternehmens mit Investoren nichts zu tun.

Mountain Partners ist nach eigenen Angaben an mehr als 100 Unternehmen beteiligt. Die Beteiligungsgesellschaft ist etwa Großaktionärin der börsennotierten Sandpiper AG. Deren Tochter Payment Solution hat gerade Insolvenz angemeldet. Payment Solution hat Prepaid-Karten herausgegeben, die unter anderem bei Fußballspielen von Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern und Hertha BSC zum Einsatz kamen. Am 32. Spieltag der 1. Fußballbundesliga kam es beim Heimspiel von Eintracht Frankfurt zu Tumulten weil infolge der Insolvenz von Payment Solution die Guthaben auf den Karten ab der zweiten Halbzeit nicht mehr ausgezahlt wurden.

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