Katag
Mehr als nur eine geballte Einkaufsmacht

Krisenfestigkeit hat Katag schon einmal gezeigt – bei der Gründung. Krisenfestigkeit muss das Bielefelder Familienunternehmen nun noch einmal beweisen. Denn der Siegeszug der Modekonzerne wie Zara und Esprit hat viele Fachhändler in die Insolvenz getrieben. Und mit ihnen einzelne Einkaufsverbünde.

DÜSSELDORF. Ausgerechnet im Jahr 1923, als während der Hyperinflation ein Dollar bis zu 4,2 Billionen Mark wert war, tat sich der Bielefelder Textilunternehmer Benno Katz mit zehn anderen Händlern zum Einkaufsverbund „Katz & Michel Textil AG“ zusammen. Ihr Ziel: Textilien gemeinsam herzustellen, einzukaufen und zu vermarkten. Ein kluger Schachzug: Heute gehören dem Verbund 380 Händler an.

Die Krisenfestigkeit musste Katag noch einmal beweisen. Denn der Siegeszug der integrierten Modekonzerne wie Zara und Esprit hat in den vergangenen Jahren viele Fachhändler in die Insolvenz getrieben – und mit ihnen einzelne Einkaufsverbünde. Im Jahr 2002 gab Sütex auf, ging Kaufring pleite und löste sich Pro-Motion auf. Zwei weitere Jahre später verschwand auch die Kölner Vereinigung KMT vom Markt. Auch in anderen Branchen konzentrierten sich die Einkaufsverbünde.

Bei Katag in Bielefeld landete der Pleitegeier nicht – und zwar nicht nur, weil die Fachhändler von Sütex, Kaufring und KMT die eigene Mitgliederkartei füllten. Denn die schiere Einkaufsmacht allein macht es nicht. „Verbundgruppen sind definitiv keine Auslaufmodelle. Es müssen allerdings auch bei ihnen neue Wege gegangen werden“, sagt Christian Kiel vom Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen (ZGV).

Die Bielefelder wandelten sich vom traditionellen Einkaufsverbund zum umfassenden Systemlieferanten. Mit den Eigenmarken Basefield, Commander und Staccato bestückt Katag heute sowohl Flächen im Fachhandel als auch in Kaufhäusern sowie seit einigen Monaten auch vollständige Läden. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz des Familienunternehmens um sechs Prozent auf 516 Mill. Euro. Und für das laufende Jahr ist Vorstandssprecher Daniel Terberger noch optimistischer: „Wir peilen ein Umsatzplus von 15 Prozent an.“

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