Kein Ausfallrisiko
Firmen kaufen offene Forderungen

Spezielle Dienstleister übernehmen ganze Pakete schlechter Schuldner und versuchen ihr Geld einzutreiben. Das auftraggebende Unternehmen hat keine Eintreibungskosten und bekommt Planungs- und Ertragsssicherheit. Zudem kann es seine Bilanzstruktur verbessern.

PADERBORN. Versandhandelshäuser, Telekommunikationsunternehmen, Teleshops, Energieversorger, Verlage, Banken und Versicherungen – all diese Unternehmen verfügen in der Regel über revolvierende, hochvolumige Forderungsbestände mit einer Vielzahl von jeweils gleichartigen Einzelforderungen unterschiedlicher Größenordnungen. Der Anteil privater Kunden in diesen Portfolios ist vergleichsweise hoch. Obwohl in einer Zeit vorwiegend bargeldloser Konsumtransaktionen immer mehr Informationen zur Bonität auch von Privatpersonen zur Verfügung stehen und Kreditentscheidungen auf diese Weise abgesichert werden können, nimmt die Zahl zahlungsgestörter Forderungen zu. Sie wird allein in Deutschland auf rund 250 Mill. Euro geschätzt.

Zahlungsgestörte Forderungen verursachen im Unternehmen nicht nur einen Ausfall an Liquidität, sondern darüber hinaus erhebliche Bearbeitungskosten, ohne dass eine erfolgreiche Beitreibung garantiert ist. Die Verluste durch solche Ausfälle haben erhebliche Auswirkungen auf die Rendite eines Unternehmens.

Um diese Folgen abzumildern, nutzen bislang nur wenige Unternehmen ein spezielles Instrument: Den Verkauf zahlungsgestörter Forderungen an spezielle Dienstleister. Dabei erhält der bisherige Gläubiger sofort Liquidität, unabhängig davon, ob die Forderungen später realisiert werden kann oder nicht. Dieses Risiko wird auf den Forderungskäufer verlagert. Dem verkaufende Unternehmen entstehen zudem keine weiteren Kosten, um die Forderung einzutreiben. So bekommt es Planungs-und Ertragsssicherheit und die Bilanzstruktur wird verbessert.

Als zahlungsgestört gelten Forderungen, mit deren Begleichung der Schuldner im Verzug ist, sei es im Rahmen einer Vertragskündigung oder nach einer erfolgloser Mahnung. Angekauft werden keine Einzelforderungen, sondern Forderungspakete mit einem Volumen von durchschnittlich zehn bis zu 200 Mill. Euro, mindestens jedoch eine Mill. Euro. Auf diese Weise wird eine breite Risikostreuung erzielt.

„Bewertet wird nicht jede einzelne Forderung, sondern das Gesamtportfolio“, teilt Claus Wieland, Geschäftsführer der EOS Finance GmbH. „Junge, unbesicherte Forderungen , die sich noch im anfänglichen Mahnstadium befinden, werden in der Regel zwischen 15 und 40 Prozent des fälligen Forderungsbetrages eingekauft. Für Bestandsforderungen von Banken, die bereits ausgeklagt oder erfolglos vollstreckt wurden, werden dagegen nur zwischen 0,5 bis fünf Prozent des Gesamtwertes entrichtet“, sagt Udo Brückner, Geschäftsführer der CPM Creditreform Portfolio Management GmbH.

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