Keramikhersteller
Villeroy & Boch leidet unter Kartellstrafe

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch dürfte nur wenig Freude an seiner jüngsten Bilanz haben. Eine Kartellstrafe der EU macht sich nämlich negativ im Zahlenwerk bemerkbar.
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DüsseldorfDer Umsatz beim saarländischen  Keramikhersteller Villeroy & Boch ist im vergangenen Jahr leicht  gesunken. Das Mettlacher Familienunternehmen setzte 2010 insgesamt 714,2 Millionen Euro um, 0,9 Millionen Euro weniger als im Vorjahr,  teilte Villeroy & Boch am Donnerstag in Frankfurt mit. Die  Erfolgsbilanz wurde den Saarländern durch die Zahlung einer  Kartell-Strafe an die EU verhagelt.

Die Bilanz zeigt erstmals detailliert, wie die EU-Kartellbuße von 71,5 Millionen Euro sowie die Rechtskosten von 1,5 Millionen Euro Villeroy & Boch trifft. So sinken die flüssigen Mittel im Jahresvergleich zum Stichtag 31.12.2010 von 78,8 Millionen auf 37,1 Millionen Euro. Dabei fällt der operative Cashflow bereits mager aus, weil er von Kosten für die laufende Restrukturierung in Höhe von 25 Millionen Euro belastet werden. Diese Summe hatte V&B 2009 zurückgestellt, doch erst 2010 belastete sie den Cashflow. Die Nettoliquidität als Saldo aus flüssigen Mitteln und Festgeldern gegen Bankschulden sank von 47,4 Millionen Euro auf einen negativen Wert von 14,4 Millionen Euro. 

V&B halte die Klage beim EuGH gegen die Kartellstrafe aufrecht, bekräftigte Konzernchef Frank Göring. 2011 wolle er nach dem Verlustjahr 2009 und der Rückkehr in die schwarzen Zahlen im Jahr 2010 nun endgültig vom "Krisenmodus" auf den "Wachstumsmodus" umschalten. Dazu sollen mehr eigene Läden beitragen. Zudem vergibt V&B erstmals Lizenzen etwa für Handtücher und Leuchten. 

Im Geschäft mit Bauträgern, dem Objektgeschäft, kommen neue günstige Angebote dazu. "Wir beweisen damit, dass Villeroy&Boch-Produkte zu solchen Preisen angeboten werden können", sagte Göring. Zudem sollen neue Service-Angebote diesen Zwei stärken.

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