Kernenergie
Russlands Atomkraft soll leben

Russland setzt auf die Kernenergie: Bis 2015 sollen zehn neue Kraftwerksblöcke ans Netz gehen und der Bau von zehn weiteren Anlagen vorangetrieben werden. Deutsche Firmen entdecken Chancen als Partner der Nuklearindustrie des Landes.

MOSKAU. Russlands Nuklearsektor zieht immer stärker deutsche Kraftwerksbauer und -ausrüster an. Neben Größen wie Siemens oder EnBW lockt das russische Atomprogramm auch mittelständische Firmen. Die Investitionen in neue Kraftwerke könnten sich zwar verzögern, es winkt aber ein Milliarden-Geschäft.

Vor zwei Jahren hat die russische Regierung ein ehrgeiziges Programm verabschiedet: Das Paket, für das der Staat 25 Mrd. Dollar bereit stellen will, sieht vor, bis 2015 mindestens zehn neue Kraftwerksblöcke ans Netz gehen zu lassen und den Bau von weiteren zehn zu beginnen. Damit nicht genug: Russland, das mit seinen 31 Meilern einer der größten Atomstromproduzenten der Welt ist, will auch im Export punkten und mittelfristig sogar zwei Kernkraftwerke pro Jahr im Ausland bauen.

Beobachter sind sich aber einig: Ohne internationale Partner werden sich die Pläne kaum umsetzen lassen, denn in Russland fehlt es an Kapazitäten im Anlagenbau sowie modernem technischem Know-how. Das hat offenbar auch Sergej Kirijenko erkannt, der Chef der russischen Atombehörde Rosatom. Vor wenigen Wochen gab er Pläne für den Bau eines Meilers in Kaliningrad (Königsberg) bekannt, der Strom auch in die Nachbarstaaten exportieren soll: 49 Prozent des Projektes will Rosatom über eine Ausschreibung an internationale Partner vergeben.

Dass es die Russen mit ihrem Programm ernst meinen, davon ist Andre Sombecki überzeugt, Managing Director bei Balcke Dürr, einem deutschen Kraftwerkszulieferer, der zur US-Unternehmensgruppe SPX gehört. Sombecki hofft auf das Neugeschäft, „denn wenn der Boom im Kraftwerksbau in Europa in fünf Jahren abflaut, brauchen wir neue Märkte. Russland dürfte dann einer der interessantesten sein“, erwartet er.

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