Kettler-Insolvenzverfahren eröffnet
Etappensieg für den Kettcar-Hersteller

Kettler ist auf Kurs in Richtung Sanierung: Das Amtsgericht Arnsberg eröffnet das Insolvenzverfahren. Der Plan von Gründer-Tochter Karin Kettler kann nun umgesetzt werden. Nimmt Kettler noch die Kurve?
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DüsseldorfDrei Monate nachdem Karin Kettler den Antrag auf Insolvenz in Eigenregie gestellt hat, ist das Insolvenzverfahren an diesem Dienstag vom zuständigen Amtsgericht Arnsberg eröffnet worden. Damit kann der Sanierungsplan umgesetzt werden.

Dieser sieht vor, dass „weiterhin vorwiegend in Deutschland gefertigt wird, einzelne Teile zugekauft werden und die Komplexität des Sortiments und der Produktion reduziert“ werden, sagte der Generalbevollmächtigte der Heinz Kettler GmbH & Co KG, Christian Krause dem Handelsblatt. „Die vier Geschäftsfelder Fahrrad, Gartenmöbel, Fitnessgeräte und Kindergeräte bleiben erhalten.“ Die Gläubiger sollen vollständig befriedigt werden, außerdem beinhaltet der Sanierungsplan ein Verfahren in Rekordzeit und eine Landesbürgschaft.

Anfang Juni hatte Karin Kettler erklärt, mit dem Antrag auf Insolvenz in Eigenregie das Unternehmen vor einem Übernahmeversuch durch einen Finanzinvestor retten zu wollen. Nach Handelsblatt-Informationen wird die Tochter des Unternehmensgründers Heinz Kettler als Gesellschafterin weiterhin die Geschicke des Unternehmens begleiten. Die Eigenverwaltung wird demnach mit dem Sachwalter Christoph Schulte-Kaubrügger von White & Case fortgeführt.

Die Lage ist ernst bei Kettler. Der Insolvenzantrag war der bislang letzte Schritt in einer unglücklichen Reihe von Ereignissen, wie sie in Familienunternehmen vorkommen. Heinz Kettler hatte geniale Ideen, das berühmte Kettcar, das erste Aluminium-Fahrrad, der Heimtrainer. Doch sein Sohn als geplanter Nachfolger war bei einem Autounfall früh gestorben, die Familie entzweit. Bereits zu Lebzeiten des Firmenchefs war Kettler nicht mehr so gut aufgestellt, erzählen Kenner des Unternehmens.

Deutschland
Zahl der Unternehmensinsolvenzen

in Tausend


Auch in der Branche galt Kettler zuletzt nicht mehr als innovativ. Nach dem Tode des Firmengründers übernahm seine Tochter Karin 2005 das Unternehmen. Die promovierte Biologin führte Kettler zunächst aus der Ferne aus dem Saarland heraus, wo bis Ende 2012 auch Karins Mutter, die geschiedene Frau von Heinz Kettler, lebte.

Seitdem sei Karin Kettler häufiger in der Firmenzentrale gewesen, erzählen Mitarbeiter. Kettler beschäftigt insgesamt 1.100 Mitarbeiter in Deutschland.

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