KfW-Studie
Mittelständler stecken höhere Mehrwertsteuer locker weg

Die Förderbank KfW rechnet mit einem einen anhaltenden Aufschwung der mittelständischen Wirtschaft. Zwar belastet die Mehrwertsteuererhöhung die kleinen Unternehmen erheblich, doch eröffnen andere Trends den Mittelständlern neue Chancen.

HB FRANKFURT. „2007 wird ein weiteres konjunkturell gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft und auch für den Mittelstand“, sagte KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier am Donnerstag in Frankfurt. Zwar rechneten die kleineren und mittleren Unternehmen angesichts der seit Jahresbeginn höheren Mehrwertsteuer mit größeren Belastungen als im vergangenen Jahr. „Wir gehen aber davon aus, dass der Aufschwung die Belastungen ohne dauerhaften Schaden überstehen kann.“

Stimmung und Auftragslage im deutschen Mittelstand haben sich im vergangenen Jahr rasant gebessert. Das zeigt der am Donnerstag vorgelegte Mittelstandsmonitor unter Federführung der bundeseigenen Förderbank KfW. Besonders konnten die stark auf die heimischen Märkte ausgerichteten kleinen und mittleren Unternehmen von der wiedererstarkten Binnennachfrage profitieren. „Der Mittelstand hat sich zur Konjunkturlokomotive in Deutschland entwickelt“, bilanzierte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU).

Auch in diesem Jahr wird der Mittelstand, der als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gilt, nach Einschätzung der KfW vom konjunkturellen Rückenwind profitieren.

Trotz der vorrangigen Orientierungen auf den deutschen Markt spielt aber auch für den Mittelstand die Globalisierung eine immer wichtigere Rolle. Insgesamt hat die internationale Ausrichtung der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland laut dem Mittelstandmonitor deutlich zugenommen. In vielen ausländischen Märkten seien die Wachstumsraten höher als in Deutschland. Gut ein Fünftel der kleinen und mittleren Unternehmen verkaufe Produkte bereits im Ausland. Binnen vier Jahren habe sich damit der Anteil der Mittelständler mit Direktinvestitionen im Ausland nahezu verdoppelt. Das schlägt sich auch in den Beschäftigungszahlen nieder: In den vergangenen Jahren hätten Unternehmen, die im Ausland tätig sind, mehr Mitarbeiter eingestellt als Firmen, die nur in Deutschland agieren.

Glos nannte es besonders erfreulich, dass die Beschäftigungspläne im Mittelstand insgesamt mehrheitlich positiv ausfielen. Auch die Investitionsbereitschaft der kleinen und mittleren Unternehmen nehme das vierte Jahr in Folge zu. „Der Mittelstand richtet sich weiter international aus. Dies ist nicht verwunderlich, da auslandsaktive Mittelständler nicht nur produktiver und innovationsaktiver sind, sondern auch in ihrer Beschäftigungsentwicklung die Nase vorn haben“, kommentierte Glos die neuen Zahlen.

Die Umfragen zeigen, dass sich die Auftragslage der Mittelständler im vergangenen Jahr spürbar verbessert hat. Insbesondere den Branchen Bau und Einzelhandel gehe es deutlich besser. Angesichts gestiegener Umsätze und Gewinne habe auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im Vergleich zu 2005 wieder zugenommen.

Allerdings ging die Zahl der Firmengründungen auf den niedrigsten Stand seit Anfang des Jahrzehnts zurück. Immer weniger Menschen gingen aus der Arbeitslosigkeit heraus in die Selbstständigkeit, seit der Staat Existenzfördergelder nur noch eingeschränkt bezahle, erklärte Matthäus-Maier.

Rund 90 Prozent der deutschen Betriebe sind Mittelständler und beschäftigen insgesamt etwa 70 Prozent aller Arbeitnehmer.

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