Kfw-Umfrage
Kleine Firmen kämpfen gegen Kredithürden

Für kleinere Betriebe ist es laut einer Kfw-Studie schwierig, einen Kredit zu bekommen. Die Banken seien durch die Finanzkrise "risikosensitiver" geworden und wollten mehr Sicherheiten haben.
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BerlinKleine und junge Firmen klagen trotz einer generellen Verbesserung der Finanzierungssituation für Unternehmen immer noch relativ häufig über Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme. „Die Finanzierungssituation der Unternehmen hat sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark verbessert“, lautete das Fazit einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Unternehmensumfrage der staatlichen Förderbank KfW und der Verbände BDI, BGA, HDE und ZDH.

Die Finanzierungsprobleme als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise seien weitgehend überwunden. Der Anteil der Unternehmen, die bei der Finanzierung mit wachsenden Schwierigkeiten zu kämpfen haben, sei sehr stark auf rund ein Viertel gefallen.

Allerdings hätten Betriebe mit einem Jahresumsatz von unter einer Million Euro mehr als drei Mal so häufig über Erschwernisse bei der Kreditaufnahme geklagt als größere Unternehmen mit über 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Von über 80 Prozent der Unternehmen, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, seien Forderung der Banken nach höheren Sicherheiten als ein wichtiger Faktor genannt worden. Die Kreditinstitute seien offenbar „risikosensitiver“ geworden, schrieb die KfW.

Generell hätten kleine Betriebe sieben Mal häufiger Schwierigkeiten bei der Kreditgewährung gehabt als größere. Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, plädierte dafür, Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankenkredit stärker in den Vordergrund zu rücken, die die Finanzkraft der mittelständischen Firmen stärkten.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kfw-Umfrage: Kleine Firmen kämpfen gegen Kredithürden"

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  • Ist auch nur teilweise richtig!

    Richtig ist das zu 100%, wenn die Kapitalgeber als Mitgesellschafter einsteigen.

    Nicht ganz richtig ist das, wenn die Kapitalgeber als stille Beteiligte oder Genussrechtsinhaber eintreten, wie z.B. Business-Angels, Venture-Capitals oder privat Personen, die für eine gute Idee mit hohen Ertragschancen bereit sind das Risiko einzugehen. Für sogenanntes Mezzanine-Kapital bis 2,5 Mio EURO braucht man noch nicht einmal einen von BAFIN abgesegneten Verkaufsprospekt und kann somit relativ einfach auf dem freien Markt Geld einsammeln. Wenn man demnach z.B. 100.000 EUR für den Start-up braucht, dann braucht man auch nur 10 Personen in Deutschland, die 10.000 EUR zum investieren übrig haben und das ist in unserem Land nicht sehr viel, daher mit einer guten Idee relativ einfach und für den Unternehmer sicher...

    Fakt ist, dass man sich in jedem Fall gut beraten lassen sollte und bei dieser Beratung nicht sparen darf. Ein Anwalt (zur Kontrolle am beste zwei) sind das mindeste, was man sich in diesem Zusammenhang leisten sollte. Und wer sich gar nicht auskennt mit Wirtschaft und Finanzen, der sollte sich eventuell eine Full-Service wie den von z.B. Dr. Werner (www.finanzieren-ohne-bank.com) leisten!

    MfG Marco Angermann
    www.AWBR.de

  • Dabei sollte sich der Gründer aber bewusst sein, dass er zwar weniger Druck der Bank hat, jedoch weit mehr Druck durch die Gesellschafter erwartet, die Geld als Unternehmer investiert haben. Der Druck von Kapitalgebern kann erheblich größer und direkter sein, da er direkt aus den "eigenen Reihen" stammt. Auch die Ideen und Konzepte des Gründers können blockiert werden, da sich Kapitalgeber i.d.R. mit genügend Stimmrechten ausstatten lassen. Dies bedenken übrigens die wenigsten Gründer, die auf diese Art von Kapitalbeschaffung setzen. Das Erwachen kommt meist später.

  • Hallo,

    ich finde das nur teilweise richig!

    Richtig ist, dass die Banken schlecht Kredite vergeben, vor allem an Neugründungen im Dienstleistungsbereich.

    Nicht Richtig ist, dass es schwer ist sich in Deutschland für seine Neugründung Geld zu besorgen, denn Kapital für gute Ideen ist extrem viel vorhanden. Man muss nur andere Wege als die zur Bank gehen, wie z.B. private Investoren ansprechen. Hierzu gibt es Vielzahl von Möglichkeiten und Institutionen die nachweislich mit gutem Rat und eventuell sogar Tat zur Seite stehen. Zudem ist sowieso grundsätzlich jedem Neugründer davon abzuraten Fremdkapital in Form von Bankdarlehen zu beziehen, denn erhöht erheblich den Druck und damit das Risiko. Freie Investoren investieren direkt in die Firma als Eigenkapital in Form von Genussrechten oder stille Beteiligungen und tragen somit ebenfalls das unternehmerische Risiko.

    Marco Angermann
    www.awbr.de

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