Kfz-Branche
Chavez baut Hürden für Fahrzeugimporte auf

Caracas will die Fahrzeug-Importe zurückdrängen und die heimische Automobilindustrie antreiben. Ab 1.1.08 werden eine Einfuhrlizenz und Import-Kontingente eingeführt. Außerdem hat die Regierung Ziele für die Ausweitung der Montage von Kfz und der Inlandsproduktion von Kfz-Teilen vorgegeben.

CARACAS. Die venezolanische Regierung hat am 31.10.07 grundlegende Veränderungen in der Politik im Bezug auf Kfz-Importe und die Kfz-Industrie des Landes erlassen. Mit der Importlizenz gewährt das Ministerium für Leichtindustrie und Handel ( www.milco.gov.ve) jedem Importeur jährlich ein Höchstkontingent.

Bei der Festsetzung des Kontingents wird sich das Ministerium nach dem Text des Erlasses (Amtsblatt Gaceta Oficial No. 357.720) unter anderem an "den nationalen Bedürfnissen, den nationalen Produktionskapazitäten, den Erweiterungsplänen für diese Kapazitäten" sowie "der Verbrauchseffizienz der Fahrzeuge" orientieren. Abgabetermin für die Jahrespläne und den Antrag für eine Importlizenz ist der 30.9. eines jeden Jahres. Nur für die Lizenz für das Jahr 2008 gilt der 30.11.07 als Abgabetermin. Erteilt das Ministerium innerhalb von einem Monat nach dem Abgabetermin keine Lizenz, gilt der Antrag als abgelehnt.

Unklar ist, wie das Ministerium die Importkontingente verteilen und ob es die Zuteilung von Devisen restriktiver handhaben wird. Die Importlizenz ist eine Vorbedingung für die Zuteilung von Devisen zum offiziellen Kurs durch die Devisenkommission der Zentralbank (Comision de Administracion de Divisas, Cadivi). Der venezolanische Bolivar ist nicht frei umtauschbar und wer keine Devisen zum günstigen offiziellen Kurs von 2.150 Bolivares zum US-Dollar zugeteilt bekommt, zahlte Ende November 2007 über 6.000 Bolivares je Dollar auf dem Parallelmarkt.

Bisher wurden für Kfz-Importe - wenn auch mitunter mit langen Verzögerungen - in der Regel Devisen zum offiziellen Kurs erteilt. Dies dürfte sich 2008 ändern. So hatte Präsident Hugo Chavez Ende September 2007 angekündigt, dass der Staat keine Devisen mehr für den Import von Geländewagen der Marke "Hummer" des US-amerikanischen Herstellers General Motors genehmigen werde. Wird die Devisenvergabe restriktiver, ist etwa eine deutliche Steigerung der Preise für Mittelklasse- und Luxusklasse-Wagen zu erwarten.

Werden weniger Importe genehmigt, dürfte der spekulative Sekundärmarkt für Kfz weiter aufblühen. Derzeit ist die Nachfrage so groß, dass für bestimmte Autotypen Wartezeiten von bis zu 12 Monaten in Kauf genommen werden müssen. Durch einen Aufpreis von 5 bis 50 Prozent lässt sich allerdings ein vorderer Platz in der Warteliste ergattern. Um diese so genannten Coupons ist ein regelrechter Zweitmarkt für Neuwagen entstanden. Auch die Preise für ein- bis zweijährige Gebrauchtwagen liegen in der Regel deutlich über den Listenpreisen für Neuwagen.

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