Klaus Fischer
Häuslebauer mit Touchscreen

Der Dübelfabrikant geht ganz neue Wege. Gemeinsam mit einem Bauingenieur baut er ein recyclebares Fertighaus mit variablem Grundriss, das auch als Flüchtlingsheim geeignet ist.

StuttgartKlaus Fischer hat das Dübelunternehmen seines erfindungsreichen Vaters internationalisiert und zu einer schlagkräftigen Gruppe mit mehr als 700 Millionen Euro Umsatz und 4.000 Beschäftigten ausgebaut. Jetzt erobert sich der 65-Jährige neue Märkte.

Zwei Beispiele: Verschwendung müsse auf allen Ebenen vermieden werden – jetzt auch beim Bauen. Fischer hat vor einiger Zeit ein Joint Venture mit dem Bauingenieur Werner Sobek gegründet. „Bauen in der Zukunft basiert auf geringstmöglichem Einsatz von Ressourcen, Verzicht auf fossile Energien, Emissionsfreiheit sowie Rezyklierbarkeit“, sagt Fischer. Der von der neuen Firma entwickelte Systembau sei zu nahezu 100 Prozent recycelbar und findet jetzt auch beim Bau von Flüchtlingsheimen Anwendung. Die Fertighäuser sind flexibel. Wenn sie nicht mehr als Flüchtlingsheime gebraucht werden, können durch wenige Umbauten neue Nutzungsmöglichkeiten entstehen.

Ab September wird das erste Haus in Winnenden bei Stuttgart gebaut. Einen Folgeauftrag gibt es schon. Drei Monate braucht die Vorfertigung, errichtet ist das Haus in zwei Wochen. 60 weitere Anfragen gibt es bereits.

Als Unternehmer gibt Fischer auch in einem ganz anderen Bereich noch einmal Gas. Erst vergangene Woche kaufte er den Elektronikspezialisten LNT Automation mit 160 Mitarbeitern. Der Befestigungsspezialist steigt damit in das Geschäft mit Touchscreens ein – für die Gruppe ein völlig neues Feld. Fischer hat zwar nicht das große Erfindertalent seines Vaters geerbt, aber dafür hat er ein sehr gutes Gespür für effiziente Fertigung und Zukunftstrends.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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