Klaus Fischer

„Ich habe das Unternehmen nicht für meine Kinder geschaffen“

Der Chef des Bautechnik-Konzerns wollte die Führung seinem Sohn übertragen. Doch der Nachfolgeplan ist gescheitert. Firmenchef Klaus Fischer erklärt, warum die Übergabe nicht funktioniert hat und wie es weitergehen soll.
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Der Inhaber und Geschäftsführungsvorsitzende der Fischer-Werke, Klaus Fischer. Quelle: picture-alliance/ dpa

Der Inhaber und Geschäftsführungsvorsitzende der Fischer-Werke, Klaus Fischer.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Herr Professor Fischer, Ihr Vater Artur Fischer hat viele Ideen wie die des Kunststoff-Dübels in Patente umgesetzt. Sie haben die Firma dann in der zweiten Generation groß gemacht. Ist das die Arbeitsteilung zwischen den Generationen gewesen?
Ich glaube ja. Ein Schwerpunkt war für mich immer, unser Unternehmen international auszurichten. Zu schauen, dass wir nicht abhängig sind von einem Land. Dadurch sind wir gewachsen. Das zweite Thema, das ich immer intensiv bearbeitet habe, ist Ausbildung. Weil ich gesehen habe, dass hervorragend ausgebildete Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg sind. Deshalb engagieren wir uns auch in Kindergärten und an Schulen.

Sie haben das Unternehmen im Jahr 1980 von Ihrem Vater übernommen. Was war Ihre erste Tat?
Da habe ich gefragt, wie unsere Sparten definiert sind. Ich wollte herausfinden, was uns eigentlich antreibt. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir so etwas wie eine Philosophie brauchen. Wir haben sieben Jahre dazu benötigt.

... eine biblische Zeit.
Nach sieben Jahren hatten wir geschafft, Werte zu definieren, die zu uns passen, die wir wirklich leben: innovativ, eigenverantwortlich, seriös. Heute fragt sich jeder Mitarbeiter bei uns: Was bedeutet es für mich, innovativ zu sein? Was heißt es, am Arbeitsplatz eigenverantwortlich zu handeln? Wie kann ich dazu beitragen, dass unser Unternehmen Geld verdient?

Haben Sie Ihre Ideen zur Prozessverbesserung alle hier im abgeschiedenen Waldachtal entwickelt?
Nein, dazu muss man rausgehen. Ich habe viel in Japan gelernt. Die Firmen betreiben dort das "Kaizen". Das heißt, die Mitarbeiter kommen dort regelmäßig zusammen und fragen sich: Wie können wir noch besser werden? Wie können wir noch schneller werden? Jeden Tag ein Stück besser werden, immer nach vorne gerichtet. Das ist eigentlich der Prozess. Nicht die großen Sprünge, die gibt es auch ab und zu. Aber jeden Tag einen kleinen Schritt machen und jeden Tag die Verbesserung, die sichtbar wird, umzusetzen. Nicht zuerst rechnen, nicht langatmig diskutieren, nicht schauen, ob andere Probleme auch noch da sind, sondern lösen, nach vorne blicken - das ist der Weg.

Klingt anstrengend.
Das ist es auch. Ich muss den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas zutrauen. Nur wenn man sie machen lässt, verändern sie das Unternehmen. Die Menschen müssen sich verändern können, Fehler machen dürfen, das ist ein ganz entscheidender Faktor. Jeder Fehler, der auf den Tisch kommt, verändert das Unternehmen positiv, sofern er nicht zweimal gemacht wird.

Je länger wir reden, desto weniger verstehen wir, warum bei Ihnen der Generationswechsel zu Ihrem Sohn nicht gelungen ist. Ihr Sohn hatte schon das Ruder übernommen, war als Ihr Nachfolger im Amt, und dann mussten Sie doch wieder ran. Was ist passiert?
Mein Sohn hat sich entschlossen, das Unternehmen zu verlassen.

„Ich wollte ihm den Einstieg ermöglichen“
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12 Kommentare zu "Klaus Fischer: „Ich habe das Unternehmen nicht für meine Kinder geschaffen“"

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  • Die Fluktuation in den oberen Etagen zeigt, dass diese Firma mit dem jetzigen Geschäftsführer bald vom Markt ist. Auch interne Familienangelegenheiten (Sohn, Schwester vom Klaus Fischer) bekommt Fischer nicht geregelt. Hier kursiert gar eine Webseite der Schwester im Netz.
    Fischer sollte sich externe gute Beratung holen und nicht nur solche, die nur Geld nehmen.

  • http://www.familienunternehmer-news.de/panorama/hintergrund/1734-fuehrungskraefte-in-familienunternehmen.html
    Interessanter Artikel von Frau Gabriela Jaecker zu diesem Thema.

  • Ihre Argumentation hört sich nach Insider an.
    Fischer versucht etwas schönzureden, er hat einen Tunnelblick und sieht nicht, was um ihn herum passiert.
    Es wäre zu einfach, hier den Sohn schlecht darzustellen, dieser wird schon seine Gründe gehabt haben, die Firma zu verlassen, zudem ist er nicht alleine gegangen.

  • Ich denke, bei dem Thema darf man ruhig realistisch bleiben. Für mich klingt das Interview so, als ob Herr Fischer gerne die Nachfolge in Familienkreisen gesehen hätte, der Sohn es aber verbockt hat. "War das der Grund für das Zerwürfnis? -
    Es gab mehrere Themen, darüber ist alles gesagt, und jetzt schaue ich nach vorne." Nun aber mal ganz ehrlich: Ich an seiner Stelle hätte ähnlich gehandelt. Fischer sieht die wirtschaftliche Familientradition als Verantwortung, der Sohn anscheinend nicht. Warum dann dem Sohn das Unternehmen überlassen, wenn dieser auch andere Chancen hat, die er sogar noch lieber wahrnehmen würde?

  • Mal ganz realistisch, ich haben noch nie von einem Unternehmer gehört, dass dieser eine Firma für die MitarbeiterInnen aufgebaut hat – zumal er die Firma ja auch nur geerbt hat.

    Meine Vermutung: Jetzt kommt ein Japaner an die Führung der Fischerwerke, und dann schauen wir mal nach den MitarbeiterInnen.

    Herr Fischer wird wohl dann immer noch weiter philosophieren, dass es ein Familienunternehmen ist.

  • Beim Lesen der Aussagen von Klaus Fischer sträuben sich mir die Nackenhaare. Er kommt nicht auf dem Punkt und es ist alles Makulatur. Man muss nicht lange suchen um über die Fischerwerke mehr zu erfahren. Schon lange kursiert die Internetseite seiner Schwester im Netz, da sollte er das Wort Sozialkompetenz nicht einmal ansatzweise in den Mund nehmen.
    Hier soll dem Leser suggeriert werden, - schaut bei uns ist alles in Ordnung, wir sind ein Familienunternehmen. Alleine die Überschrift ist falsch, nicht er hat das Unternehmen geschaffen, dass war sein Vater Artur Fischer, der jedoch m.E. genauso wenig sozial eingestellt ist.

  • auch wir haben unseren Betrieb der Tochter übergeben- 20005/2006. 2008 abeer dann doch gescheitert und Leibrente sowie Lebensversicherungen, alle weg. Im guten Glauben, so ist es richtig haben wirs gemacht. aber so kanns gehen !
    Lebenswerk adele !! Schade und Traurig.
    Wenn die Bank uns Hilfe zugesagt hätte wäre es nicht sowie gekommen.
    10 gute Mitrbeiter haben ihren rbeitsplatz verloren-aber was ist das schon gegen unser Multi-Kulti-Mafiose Gesellschaft.

  • Es wirkt sehr befremdlich, dass man einen Kommentar stehen lässt, in dem ich von einer Person geduzt werde, die mit Sicherheit nicht zum Kreise meiner engsten Bekannten gehört, die sich hier erdreistet, für Klaus Fischer zu sprechen, während man meine Erwiderung darauf gelöscht hat. Auch das ist ein Stück Friedhofskultur, für die Deutschland historisch ebenso berühmt ist wie für seine Staatsverbrechen.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

  • "Ich würde sehr gern einmal mit ihm über die Göttin und die Welt reden.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka"

    Hallo Winnie, kannst du dir auch nur hauchansatzweise vorstellen, daß Klaus Fischer NICHT MIT DIR reden möchte? Und nun, du "Göttin", such dir deinesgleichen.

  • Erst wenn Sie etwas vergleichbares "auf die Beine" gestellt haben und in seine Liga aufgestiegen sind, erst dann dürfen sie mit Ihm über die nie dagewesene Göttin und die für den Mann erschaffene Welt reden!
    Doch bis dahin bleiben Sie unter Ihresgleichen - der Neider- und "durchgegenderter Hochintelligenzbesserwisserklugscheißerfraktion", die so zahlreich in meinem geliebten Vaterland vertreten ist.

    MfG

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