Kleine und junge Betriebe besonders krisenanfällig
Neue Finanzkonzepte gegen drohende Pleiten

„Klein, jung, GmbH.“ Bei diesem flott klingenden Spruch handelt es sich nicht um einen Werbeslogan, sondern um typische Merkmale eines risikobehafteten Unternehmens in Deutschland. Wenn dann noch die „richtige“ Branche hinzukommt, ist in vielen Fällen die Insolvenz programmiert.

HB/lü DÜSSELDORF. Dies geht aus der aktuellen Analyse „Insolvenzen, Neugründungen, Löschungen, 1. Halbjahr 2005“ der Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Danach hat sich bei insgesamt 18 700 Unternehmenspleiten (minus 6,2 Prozent) im ersten Halbjahr 2005 der Anteil der Kleingewerbetreibenden bis 100 000 Euro Jahresumsatz um 1,8 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent vergrößert, erläuterte Creditreform-Vorstand Helmut Rödl in Düsseldorf (siehe auch S. 16). „Fast die Hälfte aller Unternehmensinsolvenzen betrifft Betriebe mit höchstens 250 000 Euro Jahresumsatz.“

Besonders risikobehaftet sind bestimmte Branchen. Nach einem Ranking führt die Bauindustrie mit 240 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen die Tabelle an, vor den Bereichen Handel (131), Dienstleistungen (115) sowie verarbeitendes Gewerbe (79). Nach Rechtsformen sortiert rangieren die Kleingewerbetreibenden und GmbHs (49,3 bzw. 37,2 Prozent der Pleiten) vor Rechtsformen wie Einzelfirmen (3,9 Prozent), GmbH &Co. KG (2,8 Prozent) oder den freien Berufen (2,6 Prozent).

Auch das Alter der Betriebe spielt offenbar eine große Rolle. So zählen junge Unternehmen zur Risikogruppe. Dies zeigt laut Rödl die Tatsache, dass der Anteil der insolventen Existenzgründer, deren Unternehmen noch keine zwei Jahre am Markt agieren, an den gesamten Pleiten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 16,6 Prozent (plus 0,8 Prozentpunkte) stieg. Damit überholen die jungen Unternehmer die Gruppe der Betriebe, die schon drei bis vier Jahre am Markt sind. Ihr Anteil an den Insolvenzen ging um 1,3 Prozentpunkte auf 16,4 Prozent zurück. Aber auch Alter schützt vor Schieflagen nicht. Ein Drittel (33,3 Prozent) aller Pleiten trifft Betriebe, die älter als zehn Jahre sind.

Zu den Hauptgründen für die Schieflage zählt laut Creditreform die dürftige Eigenkapitalausstattung des Mittelstandes. So betrage die durchschnittliche Eigenkapitalquote (Eigenmittel in Prozent der Bilanzsumme) der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gerade einmal 7,5 Prozent.

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