Klimaforscher und Unternehmer ausgezeichnet
Geldsegen für Umweltpreis-Gewinner

Die „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ (DBU) hat am Mittwoch den Umweltpreis 2006 verliehen, die höchstdotierte Naturschutz-Auszeichnung Europas. Die Gewinner, ein bayerischer Hersteller von Trinkwasseranlagen und ein Klimaforscher aus Jena, werden sich das stolze Preisgeld teilen müssen.
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HB OSNABRÜCK. Es ist bereits der 14. Umweltpreis, welcher die BDU vergibt: In diesem Jahr zeichnet die Stiftung den Thüringer Ökologen Ernst-Detlef Schulze und den bayerischen Unternehmer Hans Georg Huber aus. Das Preisgeld von 500 000 Euro müssen sich die Preisträger teilen. Die Auszeichnung wird am 29. Oktober von Bundespräsident Horst Köhler in Berlin verliehen.

Ernst-Detlef Schulze ist Professor und Grundlagenforscher und beschäftigt sich mit Ökosystemen, dem Klimawandel und Kohlenstoffkreislauf. Der 65-Jährige ist Gründer und Direktor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena, das sich unter seiner Leitung zu einer der weltweit führenden Adressen in der Erforschung des Kohlenstoffkreislaufes entwickelte, wie es hieß.

Schulze war lange Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung für globale Umweltfragen. Durch seine breite wissenschaftliche Arbeit und sein Engagement in Gremien und Instituten zeichne er sich nicht nur als bedeutender Forscher, sondern auch als erfolgreicher „Wissenschaftsmanager“ aus, lobte die Stiftung Schulzes Arbeit.

Hans Georg Huber ist Ingenieur und entwickelt mit seinem Maschinen- und Anlagenbauunternehmen in Berchingen im bayerischen Altmühltal neuartige Technologien in der Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung, die besonders auf Entwicklungsländer ausgerichtet sind und weltweit zum Einsatz kommen.

Aus kleinsten Anfängen habe sich die Firma zu einer weltweit erfolgreichen Unternehmensgruppe entwickelt, würdigte die Stiftung die Verdienste Hubers. Außerdem sei die umweltgerechte Produktion und verantwortungsvolle Personalpolitik der Firma vorbildhaft. Huber beweise unternehmerischen Mut und habe erkannt, dass Schwellenländer andere Technologien bräuchten als westliche Industrienationen, hieß es zur Begründung der Auszeichnung.

„Beide Preisträger haben wesentliche Zukunftsthemen angepackt, die uns alle betreffen und uns in Zukunft in noch stärkerem Maße betreffen werden“, sagte Franz-Georg Elpers, Sprecher der Stiftung. Den Deutschen Umweltpreis vergibt die DBU, die nach eigenen Angaben weltweit größte Umweltstiftung, seit 1993 im jährlichen Turnus. Ausgezeichnet werden Leistungen, die in vorbildhafter Weise zum Schutz und Erhalt der Umwelt beitragen. Unter den bisherigen Preisträgern sind Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsführer, wie der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer, die Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt, Loki Schmidt oder der Textilunternehmer Klaus Steilmann.

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