Knopfhersteller Prym EU lässt Deutschlands älteste Firma am Leben

Die Europäische Kommission hat die Kartellstrafe wegen Preisabsprachen gegen den Kurzwarenhersteller Prym drastisch reduziert. Die Existenz von Deutschlands ältestem Familienunternehmen ist damit gesichert.
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Druckknopf-Musterkarte von Prym aus der Zeit des 1. Weltkriegs mit dem aufdegruckten Motto "An die Spitze". Quelle: dpa

Druckknopf-Musterkarte von Prym aus der Zeit des 1. Weltkriegs mit dem aufdegruckten Motto "An die Spitze".

(Foto: dpa)

DüsseldorfMit einem seltenen Gnadenakt bewahrt die Europäische Kommission Deutschlands ältestes Familienunternehmen, den 1530 gegründeten Kurzwarenhersteller Prym, vor dem Aus. Wie eine Sprecherin von Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Donnerstag bestätigte, erhält der Knopf- und Reißverschlusshersteller einen deutlichen Abschlag auf die vor vier Jahren verhängte Kartellbuße. Statt der angedrohten 40,5 Millionen Euro sollen die Rheinländer nun nur noch 15,5 Millionen Euro zahlen müssen.

Der ungewöhnliche Grund: Der Produzent aus Stollberg bei Aachen befinde sich in einer "besonders schwierigen finanziellen Situation". Ob es bereits ähnliche Fälle in der Vergangenheit gegeben habe, ließ die Sprecherin auf Anfrage offen.

Im November 2001 hatte die EU-Kommission Geschäftsräume von Prym, dem britischen Wettbewerber Coats und anderen durchsuchen lassen, weil sie gravierende Kartellabsprachen über Nadeln und andere Kurzwarenartikel zwischen 1994 und 1999 vermutete.

Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof blieb erfolglos

Für die Familienfirma Prym hatten die Razzien unangenehme Folgen. Für das "Nadelkartell" stellte ihr die Kommission nicht nur drei Jahre danach einen Bußgeldbescheid über 30 Millionen Euro zu, der sich trotz Urteilsanfechtung lediglich auf 27 Millionen Euro reduzieren ließ. Die Brüsseler Wettbewerbshüter eröffneten wegen "aufgedeckter Beweise" gleich auch noch weitere Verfahren.

Durch jährliche "Preisrunden" mit den Wettbewerbern habe Prym über zehn Jahre hinweg die Konditionen für Reißverschlüsse und Druckknöpfe erhöht, und das mit Hilfe des Branchenverbands VBT. Zudem seien Mindestpreise unter den Konkurrenten abgesprochen und Preisinformationen ausgetauscht worden. Mit dem Wettbewerber Coats, so lautete ein weiterer Vorwurf, habe sich Prym 21 Jahre lang den Kurzwarenmarkt komplett aufgeteilt.

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1 Kommentar zu "Knopfhersteller Prym: EU lässt Deutschlands älteste Firma am Leben"

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  • Kann man beim HB noch deutsch? Oder sind die so oft verqueren Titel System?

    Richtig müßte es heissen: Die EU verzichtet auf die Exekution der Fa. Prym!

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