Kombimaschinen
Blechbauer setzen auf Symbiose

Das Laserstrahlschneiden hat die Stanztechnik zwar eingeholt, aber nicht verdrängt. Denn das Stanzen ist in bestimmten Bereichen vorteilhafter als der Laser. Viele Unternehmen setzen deshalb auf Kombimaschinen, die beides können.

KÖLN. Funken sprühend frisst sich der Laserstrahl durch das Blech. Bei geraden Linien beschleunigt er, bei engen Kurven wird er langsamer. Wenn die Form schließlich fertig ausgeschnitten ist, sieht man an den Schnittkanten weder Kratzer noch Dellen. Besonders für komplizierte Formen, die sehr fein und genau zugeschnitten sein müssen, nehmen die Mitarbeiter der Franz Ott Metallwarenfabrik GmbH im baden-württembergischen Hettingen deshalb den Laser statt der Stanze.

"Wenn man das ausgeschnittene Teil an seiner späteren Stelle sieht, lasern wir auch", sagt Vertriebsleiter Joachim Henle. Ein gestanztes Teil müsste man, um ein ähnlich gutaussehendes Ergebnis zu bekommen, nachträglich von Hand polieren - und das kostet viel Geld und Zeit.

Für viele Blechbearbeitungsunternehmen ist das Laserstrahlschneiden im Vergleich zum Stanzen die sauberere und schönere Methode, Blech zu durchtrennen. Außerdem geht das Schneiden sehr einfach: Ist der Schnittweg vorgegeben, macht die Maschine den Rest alleine.

Aus diesen Gründen ist Laserschneiden in der Blechbearbeitung mittlerweile genauso beliebt wie das traditionelle Stanzen. Seit Mitte der Neunzigerjahre, so Lothar Morgenthal vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahlentechnik, sei der Absatz von Laserschneidemaschinen in vielen Jahren mit zweistelligen Raten gewachsen. Auf der Überholspur ist das Laserschneiden aber noch nicht, denn auch Stanzen bietet Vorteile. Viele Unternehmen setzen deshalb auf Kombimaschinen, die sowohl stanzen als auch per Laser schneiden können - und so das Beste von beiden Technologien vereinen.

Ein weiterer Vorteil des Lasers gegenüber der Stanze ist seine hohe Geschwindigkeit. Doch die kommt nicht in allen Situationen zum Tragen. Sobald die Schnittwege kompliziert werden und enge Kurven aufweisen, sinkt die Geschwindigkeit des Strahls von hundert auf etwa zwanzig Meter pro Minute. "Wir arbeiten daran, komplizierte Formen schneller zuschneidbar zu machen", sagt Morgenthal.

Doch auch wenn es langsam geht, nehmen viele Blechbearbeiter wie die Firma Ott für komplizierte Formen lieber den Laser als die Stanze - der sauberen Schnittkanten wegen. Besonders, wenn sie das komplizierte Teil nur in vergleichsweise kleiner Stückzahl zuschneiden: Für die Stanze müsste in diesem Fall eine teure Stempelform für mehrere hundert Euro hergestellt werden. Dem Laser genügt die Information über den zu verfolgenden Weg.

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