Kombinierte Lösungen
Genussscheine weisen große Unterschiede auf

Genussscheine als Form der Mezzanine-Finanzierung gewinnen für kleine und mittelständische Unternehmen an Bedeutung. Dabei können sie aus einem großen Angebot von standardisierte Genussscheinprogrammen wie individuell strukturierten Finanzierungen wählen.

FRANKFURT. Einen Schwerpunkt bilden derzeit die standardisierten Genussscheinprogramme, die meist als CDO-Struktur (Collateralized Debt Obligations) angeboten werden. Das bedeutet, Genussscheine werden an Unternehmen ausgereicht, und die Refinanzierung läuft dann über eine Verbriefungsstruktur (CDO) an internationalen Kapitalmärkten.

Auf den ersten Blick scheinen die von Banken und Nichtbanken angebotenen Standardprogramme keine wesentlichen Unterschiede aufzuweisen. Doch ein Blick hinter die augenscheinlich günstigen Konditionen der Eigenkapitalsurrogate deckt Unterschiede auf. So kann bei entsprechender Ausgestaltung das Genussrechtskapital als bilanzielles Eigenkapital eingestuft werden. Hierzu sind nach HGB-Rechnungslegungsvorschriften Nachrangigkeit, Langfristigkeit der Kapitalüberlassung sowie erfolgsabhängige Vergütung zwingend erforderlich.

Zu letztem Punkt zählt ebenso eine Teilnahme an einem möglichen Unternehmensverlust. Steuerrechtlich ist die Vergütung für das Genussrechtskapital abzugsfähige Betriebsausgabe, weshalb eine Beurteilung der Kosten des Genussrechtskapitals immer nach Steuern erfolgen sollte. Bei vielen am Markt angebotenen Standardprogrammen werden diese Bedingungen des HGB nicht zur Gänze erfüllt. Häufig führt der Ausschluss der Verlustteilnahme des Genusskapitalgebers zum Ausweis als bilanzielles Fremdkapital. Somit wird für das Unternehmen weder die gewünschte Stärkung der Eigenkapitalbasis noch eine Verbesserung des Ratings erreicht.

Individuell strukturierte Genussrechte zeichnen sich durch optimale Anpassung an die Unternehmenssituation aus. Insbesondere eine Stärkung des bilanziellen Eigenkapitals sowie eine Verbesserung des Ratings können durch individuell gestaltete Verträge erreicht werden. Ein weiterer häufig unterschätzter Vorteil ist die Ausgestaltung der Laufzeit. So kann beispielsweise der Kapitalzufluss wie auch die Rückführung der Finanzmittel an die betrieblichen Notwendigkeiten angepasst werden. Vorzeitige Rückzahlungen aus freier Liquidität sind ebenso möglich wie auch eine Rückführung zur Unzeit durch entsprechende vertragliche Regelungen vermieden werden kann. Standardisierte Genussrechtsprogramme können aufgrund ihrer starren Refinanzierungsstruktur nur Genussscheine mit fester Laufzeit anbieten.

Olivier Weddrien ist Geschäftsführer, Alexander Roßbach ist Investmentdirektor der DZ Equity Partner GmbH.

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