Kommende Weltmeister
Wie Unternehmen erfolgreich wachsen

Der Unternehmensberater und Mittelstandsforscher Bernd Venohr hat für das Handelsblatt das Ranking „Kommende Weltmeister“ erstellt. Im Interview geht er darauf ein, was diese extrem wachstumsstarken Mittelständler von ihren Konkurrenten unterscheidet, wie sie der Krise trotzen – und weshalb sich mehr als die Hälfte von ihnen in nur zwei Bundesländern ballt.

Herr Venohr, welche Rolle spielen Wissenschaftler als erfolgreiche Unternehmensgründer – der diesjährige und der letztjährige Rankingsieger haben diesen Hintergrund?

Bernd Venohr: Erfolgsgeschichten wie bei Roth & Rau oder Novaled sind nicht die Regel. Bis zum Weltmarktführer ist es ein weiter Weg, den die meisten Universitätsausgründungen nicht schaffen. Innovation spielt für den Erfolg aber eine sehr wichtige Rolle. Trotz vieler Unkenrufe klappt in Deutschland die Kooperation von Wissenschaft und Unternehmen in vielen Bereichen sehr gut. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das weltweit einzigartige Netzwerk der 60 deutschen Fraunhofer-Institute. Auch durch den Wechsel von Wissenschaftlern zu Firmen finden Hochtechnologien den Weg in die Praxis. Die Wirtschaft erkennt diesen Nutzen zunehmend, wie zahlreiche Stiftungslehrstühle zeigen.

Wie unterscheiden sich die kommenden Weltmeister von anderen Unternehmen?

Die kommenden Weltmeister sind die Champions der Nische. Wenn man als Mittelständler an die Weltspitze kommen und dort auch bleiben möchte, muss man sich auf ein kleines Marktsegment konzentrieren und es weltweit bearbeiten. Neben dem Nischenfokus sind Innovationen als Erfolgsfaktor besonders wichtig. Allerdings sind diese sehr breit gefächert und nicht nur bei Produkten zu finden, sondern auch in Produktion, Logistik, Vertrieb, Marketing und Service.

Vor welche Schwierigkeiten stellt das schnelle Wachstum die Unternehmen?

Die erfolgskritischen Unternehmensbereiche müssen sich mit dem Wachstum weiterentwickeln und Engpässe, die natürlich auftreten, müssen schnell behoben werden. Fatal ist beispielsweise fehlendes Controlling. Das zeigen die massiven Probleme von sehr rasch gewachsenen Firmen wie etwa Conergy.

Warum kommt gut die Hälfte der kommenden Weltmeister aus Baden-Württemberg oder Bayern?

Das sind Bundesländer, in denen die technische Hochschulausbildung und der Technologietransfer von der Politik seit vielen Jahren sehr stark gefördert werden. In Baden-Württemberg, einem klassischen Mittelstandsland, schaffen es dann die Firmen, mit fortwährenden Innovationen an der Weltspitze zu bleiben und sich immer wieder neu zu erfinden - auch dank sehr gut ausgebildeter Ingenieure und enger Kooperation mit Hochschulen.

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