Kommunikation
Die richtigen Worte für die Krise

Viele Mittelständler bekommen die Auswirkungen des Misstrauens in der Bankenwelt mittlerweile hautnah zu spüren: Langjährige Kreditbeziehungen werden eingefroren, neue Kredite nicht mehr oder nur unter gestiegenen Auflagen vergeben. In vielen Fällen hilft nur: die Karten müssen offen auf den Tisch.

FRANKFURT. Opfer der Finanzkrise oder schlicht selber Schuld? Viele Mittelständler bekommen die Auswirkungen des Misstrauens in der Bankenwelt mittlerweile hautnah zu spüren: Langjährige Kreditbeziehungen werden eingefroren, neue Kredite nicht mehr oder nur unter gestiegenen Auflagen vergeben und Kreditprolongationen erschwert. Die Mehrzahl treffen diese Vorgehen häufig unverhofft, kommen dadurch doch ganze Lieferungsketten vom Rohmaterial-Hersteller bis zum Endkunden ins Stocken.

Sich in ihr Schicksal ergeben müssen sich die meisten Mittelständler trotzdem nicht. "Banken sind umso mehr bereit Kredite zu vergeben, wenn sie ein tiefes Verständnis vom Unternehmen, seinem Geschäftsmodell, seinen Märkten und seiner Strategie haben", sagt Konrad Bösl vom Kommunikationsberater Blättchen & Partner in München. Schuld an der aktuell überall zu beobachtenden Situation ist seiner Ansicht nach das oft über Jahre hinweg eingefahrene Vorgehen, dass Unternehmen die Bank in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen mit Informationen zur Geschäftsentwicklung versorgen und dass diese Meldungen zudem häufig nur von geringer Aussagekraft sind.

Gegenbeispiele, die mit den Banken eine offene Kommunikation betreiben und deswegen diese Probleme nur vom Hörensagen kennen, gibt es: "Eine gute Finanzkommunikation hilft auf jeden Fall bei den Kreditverhandlungen", sagt Carl-Heinz Osten, Finanzchef des Waldshuter Büromöbel-Herstellers Sedus Stoll AG. Im Jahr 2007 erhielt das Unternehmen den Preis für die beste Finanzkommunikation im gehobenen Mittelstand.

Damit eine über Jahre hinweg gepflegte Geschäftsbeziehung zu einer Bank auch weiter funktioniert, ist es zuallererst nötig, das Gegenüber zu verstehen. Ein Firmenkundenbetreuer dort ist im Schnitt für etwa 50 Kunden zuständig. Dabei das Geschäftsmodell jedes einzelnen bis ins Detail zu kennen, ist schier unmöglich. Oft bezieht sich das Verständnis für den Mittelständler rein auf dessen Zahlenwerk. Hinzu kommt der Druck aus dem Bankmanagement, in der aktuellen Situation sehr vorsichtig und zurückhaltend mit Krediten umzugehen. Da werde in der Praxis häufig lieber zu viel gekürzt als zu wenig, wenn es um Kreditlinien geht, berichten Insider.

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