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Twitter ist für Unternehmen Chance und Risiko

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Twitter könne eine Scheinbeziehung zwischen Unternehmen und Kunden herstellen, meint PR-Berater Lange. "Dadurch kann ein Konzern genauso vertraut werden wie ein Tante-Emma-Laden." Newsletter oder Mails seien zu lang und würden nicht gelesen - gerade die Kürze der Twitter-Nachrichten mache die Plattform so interessant. Dabei müsse nicht jede Nachricht relevant sein, so Lange. "Wichtig ist, dass ein Mensch mit Gesicht hinter dem Twitter-Account, und damit dem Unternehmen steht." Dies lasse sich verhältnismäßig einfach organisieren. So müsse nur eine Person aus dem Unternehmen regelmäßig möglichst persönlich geschriebene Nachrichten versenden.

"Mit Twitter lassen sich systematisch konkrete Nutzergruppen mit ähnlich gelagerten Interessen ansprechen", sagt Ekaterina Arlt, Marketing-Expertin beim Mittelstandsportal VNR. Netzwerke könnten mit niedrigem Aufwand ausgebaut und Kontakte gepflegt werden. Zugleich könne Twitter als einfacher Kommunikationskanal für Veranstaltungen oder Themen genutzt werden. "Relativ unabhängig vom Ort entsteht ein dauerhafter und hochaktueller kleiner Nachrichten- oder Informationsticker."

Auch Daimler sammelt Erfahrungen mit dieser neuen Methode der Öffentlichkeitsarbeit. Bisher zwitschern dort die Personal-, sowie natürlich die Presseabteilung. Außerdem macht der Bereich Business Innovation mit. Damit wolle der Konzern vor allem junge Leute erreichen, sagt Uwe Knaus, bei dem Autobauer zuständig für die Internetkommunikation. Die einzelnen Unternehmensbereiche können bei der Presseabteilung ein Konzept vorlegen und dürfen dann eigenverantwortlich twittern. Das ist ein Novum: Normalerweise überprüfen die PR-Abteilungen großer Unternehmen jede Nachricht, bevor sie an die Öffentlichkeit geht. Bei der Deutschen Post hingegen ist man noch nicht so weit - hier twittert offiziell niemand. Diskutiert wird das zwar, bisher aber waren die Bedenken jedoch zu groß, dass auch interne Nachrichten via Twitter ungefiltert den Weg in die Öffentlichkeit finden könnten.

Twitter werde die Grenzen zwischen Öffentlichkeitsarbeit und anderen Abteilungen von Unternehmen verwischen, glaubt die Twitter-Buchautorin Nicole Simon. Damit würde allerdings auch die Gefahr wachsen, dass inoffizielle Firmen-Twitterer Nachrichten nach außen verbreiten, die besser intern geblieben wären. "Interessante Neuigkeiten verbreiten sich wie ein Tsunami über Twitter. Bei größeren Unternehmen kann das im schlimmsten Fall kann das auch mal einen Aktienkurs negativ beeinflussen", so Simon.

Vodafone macht derzeit vor, wie man Twitter auch umgekehrt nutzen kann - nämlich um herauszufinden, wie das Unternehmen bei den Kunden ankommt. Pressesprecherin Carmen Hillebrandt sucht permanent nach deutschen Twitter-Nachrichten, in denen das Wort "Vodafone" vorkommt. Beschwert sich dort ein User über den Telefonriesen, antwortet Hillebrandt ihm und bietet Hilfe an. So bieten sich auch für kleine und mittelständische Unternehmen ganz neue Möglichkeiten beim Beschwerdemanagement.

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