Kompatible Programme
Software-Investitionen nicht ohne Steuerberater

Mittelständler und Steuerberater arbeiten oft eng zusammen. Die im Betrieb und in der Kanzlei eingesetzten Programme sollten daher kompatibel sein.

HB NÜRNBERG. Was bei Großkonzernen nicht mehr wegzudenken und auch bei größeren Mittelständlern inzwischen üblich ist, findet unaufhaltsam weitere Verbreitung: In zunehmendem Maße wird der Einsatz von Software für die betriebswirtschaftliche Unternehmenssteuerung – bekannt auch unter dem Schlagwort Enterprise Resource Planning (ERP) – für kleinere Unternehmen interessant. Den Trend erkennend beteuern die maßgeblichen Software-Anbieter ihre Fokussierung auf mittelständische Unternehmen. Doch bei ihrem Werben um die Unternehmer lassen sie meist einen wichtigen Faktor außer Acht – den Steuerberater.

Dieser ist für den mittelständischen Unternehmer häufig der wichtigste externe Berater. Auf Grund oft jahrelanger Mandatsbeziehungen begegnen sich beide Seiten mit enger Verbundenheit und pflegen ein besonderes Vertrauensverhältnis. Daher hat der eigene Steuerberater meist vorzügliche Kenntnisse über die finanziellen und wirtschaftlichen Hintergründe des Unternehmers – im betrieblichen wie im privaten Bereich. Daher ist der Steuerberater der geeignete Partner, um den großen, stetig steigenden Bedarf an betriebswirtschaftlicher Beratung des Mittelstands abzudecken.

Mittelständler nutzen viele Dienstleistungen ihres Steuerberaters. Sie reichen von der Finanzbuchführung bis hin zum Controlling. Zudem hilft der Berater, den Überblick über die betriebswirtschaftliche Entwicklung zu behalten. Er unterstützt auch aktiv bei der Unternehmensführung, indem er bei strategisch wichtigen Entscheidungen berät. Um zeitnah den richtigen Rat geben zu können, muss er stets schnellen und direkten Zugriff auf relevante Informationen haben. Nur auf einer soliden Datenbasis kann er sowohl langfristige Beratung zur Existenzsicherung liefern als auch sehr fallbezogen agieren, beispielsweise bei Themen wie dem Kredit-Rating oder der Unternehmensnachfolge.

Verwendet ein Unternehmen Software, um Geschäftsabläufe zu rationalisieren, fällt dabei ganz automatisch auch Datenmaterial an, das der Steuerberater kontinuierlich für die Betreuung des Betriebes benötigt. Daher ist es sinnvoll, dass dieser die vorhandenen Daten aus den ERP-Lösungen des Unternehmens auch problemlos verwenden kann. Denn wie groß der Aufwand für deren spätere Weiterverarbeitung in der Steuerberaterkanzlei ist, hängt von ihrer Menge, Qualität und Form ab. Dieser Aspekt sollte bereits bei der Anschaffung betriebswirtschaftlicher Software, etwa für das Rechnungswesen und die Personalwirtschaft, aber auch für verwandte Bereiche wie Warenwirtschaft, Kundenmanagement oder Personalmanagement eine Rolle spielen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in enger Zusammenarbeit und frühzeitiger Abstimmung von Steuerberater und Unternehmer. Schon vor einer Software-Investition sollten sie gemeinsam analysieren, welche Aufgaben anfallen, und überlegen, wo diese auf Grund von Know-how und Ressourcen jeweils am sinnvollsten erledigt werden können. Für die Umsetzung der individuell definierten Aufgabenverteilung ist dann der Blick auf die Software wichtig: Sind die im Betrieb und in der Kanzlei eingesetzten Programme kompatibel? Lassen sich Daten problemlos von einem ins andere System übertragen? Denn geht das nicht, stehen aufwändige Konvertierungsarbeiten oder gar die händische Neuerfassung von bereits elektronisch vorliegenden Daten ins Haus.

Verwenden Steuerberatungskanzlei und Unternehmen dagegen von vornherein durchgängige Systeme, die gleiche Datenformate produzieren, lassen sich Synergieeffekte nutzen und Kosten sparen. Denn dann arbeiten nicht nur die innerhalb des Unternehmens eingesetzten ERP-Systeme Hand in Hand, sondern sie liefern darüber hinaus auch Daten, die in den Anwendungen des Steuerberaters direkt weiter verarbeitet werden können. Umgekehrt fließen vom Steuerberater erfasste Daten zur Finanz- und Lohnbuchführung in die Systeme im Unternehmen ein. Dadurch können die in der Kanzlei vorhandenen Unternehmensdaten auch für den Betrieb erschlossen werden. Sie sind dann für beide Seiten stets verfügbar und lassen sich ohne Aufwand für unterschiedliche Zwecke verwenden.

Michael Seyd ist Mitglied der Geschäftsleitung der DATEV eG in Nürnberg.

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