Kompostierbare Kunststoffe
Plastik der Zukunft kommt vom Acker

Biopolymere aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Raps sind eins der wichtigsten Zukunftsthemen der Kunststoffindustrie.

HAMBURG. Wer in einer der 728 Filialen der Supermarktkette „Ihr Platz“ zu einem Getränk der Marke „Vitamore“ greift, hält eine der ersten kompostierbaren Flaschen der Welt in der Hand. Äußerlich unterscheiden sich die durchsichtigen Halbliter-Flaschen durch nichts von herkömmlichen Plastikgefäßen, sie ist auch ebenso stabil und haltbar. Doch statt aus PET (Polyethylenterephthalat) auf Mineralöl-Basis wurden sie aus Polylactid (PLA) hergestellt - einem Kunststoff aus Maisstärke.

In Großbritannien und den USA haben Biopolymere, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Raps hergestellt werden, schon erste Marktanteile erobert – besonders für Lebensmittelverpackungen. Dabei kommen auch genveränderte Pflanzen zum Einsatz, die die nützlichen Polymere schneller freigeben als herkömmliche Pflanzen und so Kosten bei der Gewinnung sparen können. Im Gegensatz zu Deutschland ist grüne Genforschung in den USA Gang und gäbe.

So erzeugt die amerikanische Firma Metabolix bereits komplette Polymere für Biokunststoffe in genveränderten, lebenden Zellen, zum Beispiel in denen von Getreidepflanzen. Auch das holzige Gräsergewächs Switchgrass, das in Nordamerika heimisch ist, wurde als natürliche Quelle für Biopolyester entdeckt. Und auch als Rohstoff für die Erzeugung des Bio-Sprits Ethanol ist Switchgrass geeignet.

Deutsche Forscher der Hochschulen in Göttingen, Münster und der Berliner Humboldt-Universität haben das Erbgut von Bakterien entschlüsselt, die Bioplastik herstellen können. „Ralstonia eutropha“ nutzt Wasserstoff und Sauerstoff zur Energieerzeugung und speichert sie unter bestimmten Bedingungen als Polyester, der sich für biologisch abbaubare Verpackungen eignet. Neben der natürlichen Erzeugung neuer Bioplastikprodukte ist jetzt auch die Herstellung von biologischen Brennstoffzellen denkbar. „Wir können jetzt in den Organismus reinschauen und überlegen, welche Produkte sich in Zukunft lohnen könnten und welche nicht“, sagt Anne Pohlmann vom Institut für Mikrobiologie an der Berliner Humboldt-Universität.

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