Konjunktur
Mittelstand schwört Deutschland die Treue

Rund 83 Prozent der mittelständischen Betriebe rechnen einer Verbandsumfrage zufolge auch im kommenden Jahr mit guten Geschäften. Fast alle Unternehmen wollen dem Standort, der ihnen dieses Glück bringt, die Treue halten. Auch die Wirtschaftsinstitute sagen nur das Beste über die Zukunft.

HB BERLIN. Die mittelständischen Unternehmen wollen im kommenden Jahr 300 000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die kleinen bis mittelgroßen Betriebe würden damit genauso viele neue Jobs bereitstellen wie 2006, sagte Mittelstands-Präsident Mario Ohoven am Donnerstag in Berlin. Der Stellenabbau der Konzerne werde damit mehr als ausgeglichen. „Der Mittelstand ist und bleibt der Jobmotor in Deutschland“, betonte Ohoven. Die Zahl der Arbeitslosen könne schon 2007 im Jahresdurchschnitt unter vier Mill. sinken.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) befragte mit der Phillips-Universität Marburg rund 2300 Firmen. Jeder dritte Betrieb stellte dabei mehr Arbeitsplätze in Aussicht. 62 Prozent wollen die Mitarbeiterzahl zumindest halten, nur knapp neun Prozent Personal abbauen. Fast alle Firmen (98,4 Prozent) planen keine Job-Verlagerung ins Ausland. „Wir bekennen uns klar zum Standort Deutschland“, sagte Ohoven.

Er forderte die Bundesregierung aber auf, die für 2008 geplante Unternehmensteuerreform um ein Jahr vorzuziehen. Zur Flexibilisierung des Arbeitsmarkts schlägt der Verband vor, den Kündigungsschutz für Betriebe bis 20 Mitarbeiter abzuschaffen. Ohoven sprach sich für eine stärkere Beteiligung der Arbeitnehmer am Unternehmen durch Investivlöhne aus: „Dadurch lässt sich ein großes zusätzliches Beschäftigungspotential erschließen."

Auch die meisten Wirtschaftsverbände erwarten wegen der guten Konjunktur keinen Stellenabbau im nächsten Jahr. Einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) zufolge rechnen 25 Branchen mit einem unveränderten Personalbestand und neun mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl. Elf Verbände gehen dagegen von Stellenkürzungen aus. Dazu gehört der Einzelhandel, der von der Mehrwertsteuererhöhung am stärksten betroffen ist.

Seite 1:

Mittelstand schwört Deutschland die Treue

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%