Konjunkturelle Lage schreckt potenzielle Existenzgründer ab
Mut zu Firmengründungen fehlt

Die Wirtschaftsflaute in Deutschland hat sich der staatlichen Förderbank KfW zufolge 2004 negativ auf die Zahl der Firmengründungen ausgewirkt. Im vergangenen Jahr hätten sich hier zu Lande 200 000 Menschen weniger selbstständig gemacht als im Vorjahr, heißt es in eine Studie der Bank.

HB FRANKFURT. Im Jahr 2003 lag die Zahl der Neugründungen bei 1,6 Millionen, 2004 ist sie auf 1,4 Millionen gesunken, teilte die KfW am Donnerstag in Frankfurt mit. Vor allem die Unternehmensgründungen zum Nebenerwerb seien um 22 Prozent auf 760 000 zurückgegangen. Die Zahl der Gründungen zum Vollerwerb sei dagegen mit 670 000 Personen nur leicht gefallen. Die Gründerquote, also der Anteil der Gründer an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, fiel insgesamt von 2,3 auf 2,0 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Firmengründungen sei im Bereich Dienstleistungen - beispielsweise im Gaststättensektor - anzusiedeln, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Knapp ein Fünftel entfalle auf das verarbeitende Gewerbe, der Rest auf den Bau und Handel.

Viele Menschen in Deutschland schreckten wegen der schwachen konjunkturellen Perspektiven davor zurück, sich selbstständig zu machen und blieben lieber in abhängiger Beschäftigung, hieß es weiter. Andererseits bewege die hohe Arbeitslosigkeit aber auch viele, ihre eigene Firma aufzubauen. Jede dritte Existenzgründung sei von Arbeitslosen gestartet worden, bei Gründungen zum Vollerwerb sei es sogar jede zweite gewesen. Die Quote in Ostdeutschland habe etwa doppelt so hoch wie in Westdeutschland gelegen. „Drei Viertel aller Arbeitslosen, die sich im Vollerwerb selbstständig machen, erhalten Leistungen der Bundesagentur für Arbeit, also Überbrückungsgeld oder Existenzgründungszuschuss. Meistens beginnen sie als Ein-Mann-Unternehmen und haben nur einen sehr geringen Finanzierungsbedarf“, erläuterte Irsch.

Ein weiterer Trend sei, dass rund 60 Prozent aller Gründer unter die Kategorie "Kleinstgründungen" mit einem Finanzmittelbedarf von unter 5 000 EUR falle. Daher forciere die KfW die so genannte Mikrofinanzierung. Im vergangenen Jahr hat die Bank 14 000 Unternehmensgründer mit zusammen rund zwei Milliarden Euro unterstützt.

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