Konjunkturmotor
Kräftiges Exportplus zum Jahresauftakt

Die deutschen Exporteure sind erfolgreich ins Jahr gestartet. Gefragt waren deutsche Produkte vor allem auf den EU-Märkten. Allerdings beurteilen Experten die Aussichten für die kommenden Monate gemischt.

HB BERLIN. Im Januar verkauften sie Waren im Wert von 77,5 Milliarden Euro ins Ausland. Das sind 13,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Dezember stiegen die Ausfuhren saisonbereinigt um 0,1 Prozent.

„Der deutsche Außenhandel hat einen guten Start in das Jahr 2007 hingelegt“, sagte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Anton Börner. Der Schwung habe zwar etwas nachgelassen, dennoch blieben die Exporte der Motor der Konjunktur.

Gefragt waren deutsche Produkte vor allem auf den EU-Märkten. In diese Staaten legten die Ausfuhren um gut 14 Prozent zum Vorjahr zu, während in andere Länder knapp zwölf Prozent mehr abgesetzt wurde. „Die interessantesten neuen Wachstumsmärkte werden allerdings außerhalb des europäischen Binnenmarktes liegen“, sagte Börner mit Blick auf Länder wie China, Indien und Russland voraus.

Der Wert der importierten Waren stieg im Vergleich zu Januar 2006 um 9,6 Prozent auf 61,4 Milliarden Euro. Saisonbereinigt wurden 1,5 Prozent weniger eingeführt als im Dezember, wofür gesunkene Energiepreise mitverantwortlich sind: Der Ölpreis gab von Anfang bis Mitte Januar um rund 15 Prozent nach und notierte auch am Monatsende noch etwa sechs Prozent günstiger als zum Jahresende. Außerdem dürften wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer weniger Konsumgüter nachgefragt worden sein, die zu großen Teilen importiert werden.

Im November waren die deutschen Exporte auf ein Rekordniveau von gut 85 Milliarden Euro geklettert. Allerdings sind diese Zahlen durch Nachmeldungen überzeichnet. „Die Exporte haben sich auf einem sehr hohen Niveau gehalten“, sagte Jörg Lüschow von der WestLB. Auch die Aussichten blieben gut, „weil das globale Wirtschaftswachstum hoch ist, der Euro nicht weiter aufgewertet hat und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit gut bleibt“.

Allerdings dürfte sich der Außenhandel mit der schwächeren Weltwirtschaft etwas abschwächen. So erhielt die Industrie im Januar fast zwei Prozent weniger Aufträge aus dem Ausland. „Man sieht, bei den Auslandsaufträgen kommt nicht mehr viel“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Im Jahresschnitt rechnet er mit einem Plus von 8,5 Prozent, was in etwa dem langfristigen Durchschnitt entspräche. 2006 legten die Ausfuhren um 13,7 Prozent auf den Rekordwert von knapp 894 Milliarden Euro zu.

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