Konsumgüter-Marketing
In Obersulm ist schon Weihnachten

Über ein halbe Milliarde Verpackungen für Kosmetika und andere Luxusgüter stellt CD Cartondruck jährlich her. Die Verpackung ist für die Luxusgüter ein wichtiger Faktor und kann mitentscheidend sein, ob ein Produkt Erfolg am Markt hat.

OBERSULM. Gerhard Müller und Steffen Schnizer stehen häufig am Firmeneingang. Dann sieht man sie versonnen Druckbögen betrachten. „Das Rot dürfte röter sein“, ist ein Satz, der dann zwischen Druckereileiter und Vorstand fallen kann. 550 Mill. Verpackungen für Kosmetika und andere Luxusgüter von Davidoff, Hermes oder Gucci verlassen jährlich bei Cartondruck das Werksgelände.

Der 390-Mann-Betrieb aus dem württembergischen Obersulm ist ein Beispiel dafür, welche Bedeutung Verpackungsexperten mittlerweile für Konsumgüterproduzenten habe. Aktuell durchlaufen die letzten Faltschachteln für das Weihnachtsgeschäft 2008 die 29 Druck-, Stanz-, Kaschier- und Klebemaschinen. Was im Dezember in den Metropolen der Welt in den Schaufenstern und Regalen der Parfümerien steht, daran arbeitet Cartondruck (CD) seit Herbst 2007. Nach eigenen Angaben hat man weltweit maximal 15 vergleichbare Mitbewerber. Mit 73 Mill. Euro Jahresumsatz sieht man sich unter den Top Five.

„Jährlich kommen allein in Deutschland 200 neue Düfte auf den Markt, von denen nur ein Fünftel das erste Jahr überlebt“, sagt Steffen Schnizer. Über den Erfolg eines Parfüms, dessen Markteinführung zehn bis 20 Mill. Euro kosten kann, entscheiden Anzeigen- und Medienkampagnen. Und nicht zuletzt die Verpackung.

In der Regel fragen die Kosmetikhersteller per Mail bei drei bis fünf Verpackungsherstellern an und definieren mit rund zehn Parametern wie Größe, Veredelung, Menge und Liefertermin ihren Auftrag. Geht eine solche Anfrage in Obersulm ein, trifft sich ein Team von fünf bis acht Experten: Fachleute für den Druck und die Weiterverarbeitung, Kollegen, die alles auf Machbarkeit prüfen.

Ein Key Accounter betreut den Kunden. Jedes Mal wenn er telefonisch nachfragt, um den Auftrag weiter zu präzisieren, schlägt CD Alternativen vor, die das Ergebnis aus Sicht der Schwaben besser machen. Sie raten zum Beispiel dazu, einen höherwertigeren Karton zu verwenden, damit sich die Packungen schneller befüllen lassen. Oder sie empfehlen, zwei Veredelungsschritte in einem zusammenzufassen.

„Unsere Kunden verstehen uns mittlerweile als Berater, der hilft, mit weniger Aufwand bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit zu erzielen“, sagt Schnizer, der im Vorstand der familieneigenen, 1969 als Garagenbetrieb gegründeten AG Vertrieb und Marketing verantwortet. So haben seine Experten Lösungen entwickelt, die dem Kunden helfen, Flakons auch in komplizierte Schachteln maschinell einsetzen zu können statt von Hand. Bei aufwändigen Oberflächen denken sie darüber nach, wie man verhindert, dass die Schachteln später auf dem Lkw aneinander reiben und Kratzer bekommen.

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