Kostenkalkulation
Ein Bund für das ganze Leben

Zehn Jahre Garantie, am liebsten auch auf Verschleißteile, das wünschen sich die Käufer von Werkzeugmaschinen heute. Die Kosten einer Maschine über den gesamten Lebenszyklus - auch „Total Cost of Ownership" (TCO) genannt – werden für Kunden zu einem immer wichtigeren Thema.

BERLIN. „Die Betreiber von Werkzeugmaschinen wollen ihre Kosten senken“, bestätigt Matthias Schopp, Koordinator des Forschungsschwerpunkts Life-Cycle-Performance am Institut für Produktionstechnik der Universität Karlsruhe.

Wichtig sei für sie dabei unter anderem die mittlere Zeitspanne zwischen zwei Störungen und die mittlere Dauer der Reparaturzeit. Denn die entscheidende Frage ist ja: Wie viele Teile können in welcher Zeit produziert werden?

Maschinenbauer, die hier immer weitreichendere Garantien gewähren, übernehmen damit Risiken, die früher der Betreiber selbst tragen musste. Im Gegenzug bekommen sie Planungssicherheit - und neue Umsätze: „Umfangreiche Wartungsverträge schaffen eine langfristige Bindung an den Kunden“, betont Schopp. Für Maschinenbetreiber sind die Lebenszykluskosten entscheidend. Immerhin liegen die laufenden Ausgaben für eine Maschine „vier mal so hoch wie die Anschaffungskosten“, erklärt Markus Stanik, Konstruktionsleiter Spezialmaschinen bei MAG-Powertrain in Eislingen.

Er ist auch Koordinator des im letzten Jahr abgeschlossenen Forschungsprojekts Meteor, bei dem Modulsysteme für Werkzeugmaschinen untersucht wurden. Seiner Meinung nach fallen Käufer über kurz oder lang auf die Nase, die stets nur die Maschinen auswählen, die beim Kauf am billigsten sind.

„Die Anschaffungskosten allein greifen zu kurz“, sagt auch Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik (IFW) und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover. Die Forscher des IFW haben eine Maschine entwickelt, die im Lebenszyklus bis zu 20 Prozent günstiger ist als herkömmliche Anlagen. Dafür haben Denkena und seine Kollegen schon in der Konstruktionsphase auf Energieverbrauch und Wartungskosten geachtet.

Künftig soll auch der Nutzen einer Maschine bei den Kaufüberlegungen eine immer wichtigere Rolle spielen, der Total Benefit of Ownership. „Nicht nur die rein monetären, also direkt messbaren Größen, sondern auch weitere Faktoren werden darin berücksichtigt“, so Mark Eikötter, der sich am IFW in Hannover mit der Technologie- und Produktplanung befasst. Was eine Maschine über die Jahre einbringt, ist indes noch schwerer zu bestimmen als die Kosten des Lebenszyklus. „Das ist eine Herausforderung“, sagt Eikötter.

Auch Helmut Schuster, Geschäftsführer der Schuster Präzision GmbH in Denklingen, kennt die Schwierigkeiten, über den Lebenszyklus zu kalkulieren: „Damit wir da eine realistische Aussage machen können, bedarf es sehr genauer Analysen.“ Schuster schafft das mit besonders exakten Sensoren und Modulbauweise. Ein Unsicherheitsfaktor aber bleibt: „Das ist der Mensch“, sagt Schuster. Wer etwa garantiert, dass die Maschine stets korrekt bedient wird?

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