Kreativwirtschaft
Wiesbadener Kreative drängen ins Rampenlicht

Klaus Wowereit war auf Werbetour - und der Titel seiner Rede klang schmeichelhaft: Berlins regierender Bürgermeister sprach über "Wiesbaden als Großstadt für Kreativwirtschaft". Doch was auf den ersten Blick nach Wahlkampf aussieht, hat durchaus Berechtigung. Denn in puncto Kreativität kann es Wiesbaden mit den großen Städten aufnehmen.

WIESBADEN. Nicht ohne Grund hatte Wowereit das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden gewählt, um sich vor der Europawahl an die Bürger zu wenden. Denn tatsächlich steht das Filmhaus wie keine andere Institution für die große Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft in der hessischen Landeshauptstadt.

Wiesbaden zählt zu den Hochburgen dieser Branche in Deutschland, der bundesweit rund eine Million Erwerbstätige in 240 000 Unternehmen angehören. Im Jahr 2008 erwirtschafteten sie nach Angaben des Leibniz-Instituts für Länderkunde einen Jahresumsatz von fast 132 Mrd. Euro. "Wiesbaden muss den Metropolen nicht hinterherlaufen. Wir haben eine gute Kreativszene, die noch weiter wachsen und bekannter werden muss", sagt Joachim Nolde, der Hauptgeschäftsführer der örtlichen Industrie- und Handelskammer.

Vertreter von Unternehmen, der Wirtschaftsförderung und der Fachhochschule arbeiten seit April an einem Konzept, das die Erfolge der Wiesbadener Kreativwirtschaft der Öffentlichkeit stärker bewusst machen soll. Schon jetzt arbeiten mehr als 6 000 Menschen in rund 1 200 Betrieben in dieser Branche.

Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum sind gut. "Wiesbaden hat kreatives Potenzial", sagt Michael Eibes, Inhaber einer Designagentur. Neben dem 7,5 Mio. Euro teuren Neubau des Filmhauses, in dem Organisationen der Filmwirtschaft sowie ein Kino untergebracht sind, hat die Ausstellung "Wiesbadener Designtage" überregionale Bedeutung.

Bei Wettbewerben zur Kreativwirtschaft schneidet Wiesbaden fast immer überdurchschnittlich ab. Zuletzt landete der Studiengang Kommunikationsdesign der FH in einem Hochschulranking bundesweit unter den Top fünf. Junge Unternehmen finden gute Arbeitsbedingungen - etwa auf dem Areal der früheren Städtischen Kliniken, wo ein Kreativzentrum entstanden ist. Hier ist auch Scholz & Volkmer zuhause. Die renommierte Agentur für interaktive Medien beschäftigt 100 Mitarbeiter und hat einige internationale Auszeichnungen gewonnen.

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