Kreditvergabe
Nur passgenaue Fördermittel kommen an

Für viele Mittelständler ist es derzeit schwer, Kredite zu erhalten. Dies ist nicht überraschend, haben doch die Banken angesichts der Krise ihre Anforderungen an die Unternehmen weiter erhöht. Doch zum gängigen Kredit gibt es sinnvolle, oft kostengünstigere Alternativen: Förderprogramme.
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HAMBURG. Förderung bedeutet nicht immer gleich Bargeld. Sie kann auch in Form von Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten bestehen. Zudem besteht die Möglichkeit, durch Equity oder Mezzanine die Kapitalstruktur zu verbessern. Aber auch Bürgschaften zum Ausgleich fehlender Sicherheiten und so genannte weiche Instrumente wie zum Beispiel Beratungsförderung oder Krisenbewältigungsmaßnahmen gehören zum breit gefächerten Förderspektrum, das Unternehmen auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten prüfen sollten.

Zahlreiche Angebote stoßen auf mäßige Nachfrage

Obwohl zahlreiche Förderangebote bestehen, werden sie in der Breite kaum nachgefragt. Nicht einmal die Hälfte der Mittelständler hat sich in den vergangenen fünf Jahren über Förder- oder Bürgschaftsprogramme informiert. Dies zeigt der Förderatlas Mittelstand 2010. Ein Grund dafür liegt bei den Hausbanken: In der Regel werden Förderprogramme über sie beantragt, doch nicht immer besteht hier ein umfassendes Wissen über die zur Auswahl stehenden Förderwege.

Doch Fördermittel müssen passgenau für das jeweilige Unternehmen ausgewählt werden, sonst können sie ihre Wirkung nicht optimal entfalten. Hilfreich ist es daher, sich im Vorfeld selbst einen Überblick zu verschaffen und die in Frage kommenden Produkte für sich auszuwerten. Die Förderdatenbank des Bundes kann hier wertvolle Dienste leisten, aber auch eine Anfrage bei der KfW-Hotline und bei den Landesförderinstituten.

Bei der Auswahl von geeigneten Förderprogrammen sollten Unternehmen immer auch den administrativen Aufwand im Blick haben. Denn die Antragsverfahren und Reportingpflichten zur Mittelverwendung sind bei Förderprogrammen zum Teil sehr aufwändig. Sie sollten in einem adäquaten Verhältnis zum zu erwartenden finanziellen Vorteil stehen. Daher gilt die Devise: "Keep it simple". Mehr als zwei bis drei Förderinstrumente sollten in einem mittelständischen Unternehmen nicht gleichzeitig genutzt werden.

Fördermittel können eine Alternative zum klassischen Bankkredit sein - wenn man den Blick über den Tellerrand wagt, bestehende Beratungsangebote annimmt und darin auch die Chance sieht, das Finanzierungskonzept des Unternehmens zu überprüfen.

Martin Jung ist geschäftsführender Gesellschafter der Beratungsgesellschaft Evers & Jung.

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  • Man muss schon zu den PiiGS Staaten gehoeren um an deutsche Foerdergelder zu kommen.

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