
Wir erleben zurzeit, dass viele Unternehmen nach einer Erhöhung der Betriebsmittellinien zur Finanzierung ihres Wachstums bzw. ihres Working Capitals suchen. Eine ablehnende Haltung von Banken für eine Erweiterung der Betriebsmittellinien ohne komplette Absicherung durch den Gesellschafter kann Ihnen auch passieren, wenn die Transparenz fehlt und Sie keine klare Unternehmensperspektive an die Bank kommunizieren.
Wenn eine Bank die Bonität oder Kreditwürdigkeit eines Unternehmens prüft, benötigt sie eine Aussage zur künftigen Unternehmensentwicklung sowie die Einschätzung des Marktes. Es reicht nicht mehr aus, die Jahresabschlüsse und unterjährigen Ergebnisse unkommentiert an die Bank weiterzuleiten. Diese Unterlagen werden in den Banken meist standardisiert weiterverarbeitet. Eine solche Vorgehensweise kann zu Fehlinterpretationen im Hinblick auf das zukünftige Rating führen. Die Folge sind höhere Kreditzinsen oder die Kürzung des Kreditrahmens.
Kommunikation auf Augenhöhe
Zur Vermeidung solcher Geschäftspraktiken ist eine Kommunikation auf Augenhöhe erforderlich. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Geschäftsbank und Unternehmen basiert auf einer gegenseitigen Transparenz und Respekt. Dazu gehört, dass der Unternehmer alle relevanten Unterlagen bereitstellt – neben einer Einschätzung der Geschäftsentwicklung möglichst auch eine mittelfristige Ergebnisvorschau und eine Liquiditätsplanung.
Im Gegenzug darf der Unternehmer eine offene Einschätzung der Geschäftsbank zu seiner Bonität und Kreditwürdigkeit erwarten. In der Regel führt dies dazu, dass sich der Bankberater eingehender und lösungsorientierter mit den Zielen des Unternehmens beschäftigt.
Gunter Fauth ist Vorstand der Sattler & Partner AG.