Kreditwürdigkeit
Rating-Strategien für den Mittelstand

Ein Rating ist eine zusammenfassende Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. Die darin getroffene Aussage kann die weitere Entwicklung der Firma nachhaltig beeinflussen. Ein optimales Ergebnis ist daher entscheident. Helfen kann dabei ein spezialisierter Berater, der "Rating Advisor".

Unternehmer, die in ihrer Finanzstrategie den Gang an den Kapitalmarkt einplanen und in Zukunft auch Anleihen begeben möchten, kommen um ein Rating nicht herum. Ein externes Rating (z.B. von anerkannten Agenturen wie Moody’s oder Standard & Poor’s) zu erlangen bedeutet zunächst einen höheren Analyse- und Kostenaufwand, kann jedoch langfristige Vorteile für das Unternehmen bieten.

Viele institutionelle Investoren folgen strengen Richtlinien, die Investments in Instrumente ohne Rating begrenzen. Mit einem Rating können auch diese Anlegergruppen erschlossen werden. Ein breiterer Investorenkreis vergrößert erfahrungsgemäß die Nachfrage, was mittelfristig zu niedrigeren Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt führt.

Gleichzeitig erhöht ein Rating die Liquidität einer Anleihe und trägt damit ebenfalls zur Kostenreduktion bei. Die Veröffentlichung eines Ratings führt zudem zu einer größeren Sichtbarkeit des Emittenten an den globalen Kapitalmärkten, erweitert den Zugang zu neuen Investoren und kann so als wichtiges Finanzmarketinginstrument eingesetzt werden. Neben dem Imagegewinn profitieren viele Unternehmen auch von einer neuen strategischen Flexibilität und Unabhängigkeit, da die Refinanzierungsbasis mit einem Rating erheblich verbreitert werden kann.

Ein Ratingkomitee besteht in der Regel aus fünf bis sieben Experten und berät nach eingehender Analyse der Unternehmensdaten und -gespräche, welche Bonitätseinstufung zu erteilen ist. Mit der Vergabe des Ratings ist der Ratingprozess jedoch nicht abgeschlossen. Es beginnt ein kontinuierlicher Dialog mit den Agenturen, die mindestens einmal jährlich über Geschäftsentwicklung und Unternehmensplanung zu informieren sind.

Unterstützung für eine optimale Vorbereitung für ein Rating finden Unternehmer bei spezialisierten Beratern. Als so genannte "Rating Advisor" arbeiten bei den Banken meist ehemalige Analysten. Sie sollen ihre Kunden umfassend auf das Ratingprocedere vorbereiten. Denn die Präsentation des Kunden bei den Agenturen bildet die wesentliche Grundlage für das Rating.

Während des Ratingbesuchs bei den Agenturen müssen sich die Analysten in einem persönlichen Gespräch, das durchaus 8 bis 12 Stunden beanspruchen kann, einen subjektiven Eindruck über die Qualität des Managements, das Risikobewusstsein und die Einstellung zu Anleiheinvestoren verschaffen. Der erste Eindruck zählt – und die richtige Vorbereitung mit professioneller Unterstützung durch Rating Advisory Experten, kann die Erfolgsaussichten bessern.

Ratings kommen einer Überprüfung auf Herz und Nieren gleich, ganz egal, ob das Unternehmen den Weg zu seiner Geschäftsbank oder einem anerkannten externen Anbieter sucht. Handlungsoptionen können aber durch Rating-Tests und Berater gezielt im Vorfeld des eigentlichen Bewertungsverfahrens lokalisiert werden. Unternehmen sind dem Rating also keineswegs ausgeliefert. Genau hierin liegt die Chance auch für kleine und mittelständische Betriebe.

Das Rating-Rätsel

Anleiherating: Unternehmen, die eine Anleihe begeben wollen, beantragen in der Regel eine Bonitätsprüfung bei großen Ratingagenturen wie Standard & Poor’s oder Moody’s. Die Agenturen untersuchen dann zum Beispiel die Zukunftschancen der Branche des Emittenten, seine Wettbewerbssituation und den Verschuldungsgrad. Dafür gibt es Bewertungen von der Bestnote AAA für besonders hohe Kreditwürdigkeit bis hin zu der schlechtesten Note D bei Standard & Poor’s, die konkursreife Firmen charakterisiert.
Bankinternes Rating: Unterzieht sich eine Kredit suchende mittelständische Firma einem bankinternen Rating, stehen dieselben Fragen wie beim Anleiherating im Vordergrund. Experten kritisieren aber, häufig sei das Rating nicht wissenschaftlich fundiert, die Einordnung in bestimmte Bonitätsklassen rätselhaft beziehungsweise intransparent. Lege das Geldinstitut etwa die Gründe für die Ablehnung eines Kredits nicht offen, könne sich das Unternehmen auch nicht verbessern.

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