Küchengeräte
WMF baut Geschäft in Asien und Amerika aus

Die Küchengeräte-Firma WMF hat das Ausland lange vernachlässigt. Nun wollen die Schwaben in Asien und Amerika umso schneller wachsen. Vor allem das Geschäft mit Kaffeemaschinen brummt.

GeislingenDer Küchengeräte-Hersteller WMF baut sein Geschäft im Ausland aus – und setzt neben Asien auf die USA als wachsenden Absatzmarkt für gewerbliche Kaffeemaschinen. Die Schwaben erwarben den restlichen Anteil am US-Ableger ihrer schweizerischen WMF-Tochter Schaerer, wie der Konzern in Geislingen an der Steige im Kreis Göppingen mitteilte. „Als hundertprozentiger Eigentümer des US-Geschäfts können wir das große Wachstumspotenzial in dieser Region künftig noch besser nutzen“, betonte Konzernchef Peter Feld.

„Der US-Kaffeemarkt ist sehr interessant, weil er kontinuierlich wächst“, sagte WMF-Sprecher Kai Hummel. WMF definiere die USA als einen Kernmarkt. „Sie können nicht komplett durchregieren, wenn sie nicht 100 Prozent halten.“

Der Umsatz stieg 2015 nach vorläufigen Zahlen um 4 Prozent auf 1,061 Milliarden Euro. 2014 waren es 3 Prozent. Angaben zum Gewinn machte WMF nicht. Der Auslandsanteil am Umsatz liegt nach Unternehmensangaben erstmals bei 50 Prozent. Das größte Wachstum erzielte WMF in China mit 34 Prozent. Erst im August hatte das Unternehmen bekanntgegeben, im großen Stil Kaffeemaschinen in Indien fertigen zu wollen. In Deutschland sei man bereits marktführend tätig, allgemein solle das Auslandsgeschäft weiter an Fahrt aufnehmen, sagte Hummel: „Hier war man zu langsam in der Vergangenheit, jetzt gilt es, doppelt so viel Gas zu geben.“

Der Umsatz allein im Geschäft mit gewerblichen Kaffeemaschinen stieg um 13 Prozent auf 394 Millionen Euro. „Die Nachfrage nach professionellen Kaffeemaschinen ist weltweit ungebremst“, sagte Hummel. Die WMF-Gruppe sei weltweit Marktführer für gewerbliche, vollautomatische Kaffeemaschinen. Der zweite große Geschäftsbereich, das Konsumgeschäft etwa mit Besteck, Pfannen und Kochtöpfen, wuchs um ein Prozent auf 591 Millionen Euro – allerdings bereinigt um Sondereffekte wie den Verkauf der Tochtermarke Alfi.

Der Traditionskonzern hat einen Umbau hinter sich. Insgesamt 400 Stellen wurden abgebaut, das Sortiment gestrafft, einzelne Marken abgestoßen. Das Management will jährlich 30 Millionen Euro sparen. Finanzinvestoren hatten WMF geschluckt und das Unternehmen im vergangenen Jahr von der Börse genommen. Der Umbau sei weitestgehend abgeschlossen, sagte Hummel. Derzeit würden noch Filialen modernisiert und die Logistik von 35 auf 2 Standorte konzentriert – in Dornstadt bei Ulm und in Bergkamen im Ruhrgebiet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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