Kündigungsschutz "mittelstandsfeindlich"
Kammern kritisieren Lohnkosten

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die hohen Lohnkosten sowie den Kündigungsschutz als Haupthindernis für mehr Arbeitsplätze kritisiert.

HB DÜSSELDORF. Gleichzeitig macht DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben auf den Fachkräftemangel aufmerksam, der viele Unternehmen daran hindere, geeignete Bewerber zu finden. Der DIHK plädiert außerdem für einen Niedriglohnsektor, damit auch gering Qualifizierte in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten.

In einer Umfrage unter 20 000 Betrieben nannten 80 % der befragten Unternehmen die hohen Lohn- und Lohnzusatzkosten als Haupteinstellungshindernis, wie Wansleben sagte. Dazu zählten auch die Beiträge zu den Berufsgenossenschaften, die Insolvenzgeldumlage und die Entgeltfortzahlung. Wansleben plädierte für ertragsabhängige, stärker nach Branchen und Regionen differenzierte Lohnabschlüsse.

Für 45 % der befragten Unternehmen verhindere der Kündigungsschutz eine Ausweitung des Personalbestandes. Er erweise sich besonders für den Mittelstand als beschäftigungsfeindlich, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Weniger belastet zeigten sich nur große Firmen mit mehr als 1000 Beschäftigten. Wansleben sprach sich für eine Anhebung des Schwellenwertes für den Kündigungsschutz auf mindestens 20 Mitarbeiter aus.

Die Entlastungswirkung wäre beträchtlich, denn 2,8 Mill. Unternehmen in Deutschland haben bis zu 19 Beschäftigte. Das mache rund 94 % aller Firmen und 30 % aller Beschäftigten aus. Der DIHK hält es zudem für notwendig, dass der Kündigungsschutz erst nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit greifen soll.

Auf Kritik bei den befragten Unternehmen stieß auch die Vermittlungsqualität der Arbeitsämter. In einer Skala von eins bis fünf wurde diese mit einer 3,5 bewertet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%