Kunstoffhersteller als Systempartner
Allianz gegen Prozess-Probleme

Wenn es schwierig wird, bilden Kunststoffhersteller Teams mit Zulieferern und werden so zu wichtigen Systempartnern der verarbeitenden Industrie – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

KÖLN. Eine saubere Lösung musste her. Die Rexam Pharma GmbH, Spezialist für Asthma-Inhalatoren, Nasenspray-Behälter oder Spritzen, sollte einen Impfstoff-Behälter aus Kunststoff herstellen. Schmutzpartikel könnten hier tödliche Folgen haben. „Das war eine neue Herausforderung für uns“, sagt Entwicklungsleiter Bernhard Rohn, „deswegen haben wir uns nach Partnern umgeschaut.“ Schnell kam der Maschinenbauer Krauss-Maffei ins Spiel. Der Mittelständler aus München verfügt über Erfahrung beim Spritzgießen von Kunststoffen in reinen Räumen. „In einem interdisziplinären Team haben wir eine Lösung erarbeitet“, sagt Chefkoordinator Rohn: „Wir stehen jetzt kurz vor der Marktreife.“

Hersteller von Kunststoffmaschinen haben sich in den letzten Jahren zu wichtigen Systempartnern der verarbeitenden Industrie gemausert – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. „Maschinenbauer bieten nicht nur umfassende Dienstleistungen in Service und Wartung, sondern steuern zunehmend auch Know-How für komplexe Fertigungsprozesse bei“, analysiert Donald Rosato, Experte der Londoner Unternehmensberatung Frost & Sullivan, in einer Studie. Je anspruchsvoller die Technik, desto wichtiger wird die Zusammenarbeit.

Diese Beobachtung teilt Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. Zwar kooperierten Unternehmen des Maschinenbaus traditionell sehr eng mit der verarbeitenden Industrie. „Hersteller von Kunststoffmaschinen werden heute aber schon zu einem frühen Zeitpunkt in Entwicklungsprozesse eingebunden“, sagt Kühmann. Kunststoffverarbeiter müssten produktiver werden - vor allem wegen der rapide steigenden Rohöl- und Energiepreise.

Die Nähe zu Maschinenbauern sucht auch Rexam Pharma, insbesondere dann, wenn komplexe Fertigungsprozesse geplant sind. „Vor zehn, zwanzig Jahren konnte man in Deutschland noch simple Produkte wie etwa Schraubkappen oder Tablettenfläschchen fertigen“, sagt Entwicklungsleiter Rohn. Heute kommen solche Massenprodukte aus Niedriglohnländern.

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