Kunststoff-Spezialist
Balda-Großaktionär wirft Aufsichtsratschef versuchten Betrug vor

Ein Großaktionär und das Management von Balda liegen im Clinch. Nun geht der Streit bei dem Kunststoffhersteller in eine neue Runde. Der Investor erstattete Anzeige gegen den Chefkontrolleur.
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DüsseldorfDer Streit zwischen dem Balda-Management und Großaktionär Thomas van Aubel um die Besetzung des Aufsichtsrates geht in eine neue Runde. Wenige Tage vor der außerordentlichen Hauptversammlung erstattete der Investor bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige gegen Aufsichtsratschef Michael Naschke. Es gehe um den Verdacht des versuchten Betruges in Höhe von vier Millionen Euro zulasten der Balda und im Zusammenhang mit Optionsscheinen, die im Jahr 2006 ausgegeben worden waren, teilte van Aubel am Montag über seine Elector GmbH mit. Naschke wies die Vorwürfe umgehend zurück.

„Ich weise die Vorwürfe von Elector mit Nachdruck als erkennbar interessengeleitet und in der Sache völlig haltlos zurück. Dies bestätigt auch eine zwischenzeitlich von mir eingeholte Stellungnahme eines namhaften Strafrechtlers“, erklärte Naschke. Dass die Strafanzeige bereits am 22. August erstattet wurde, aber erst am Montag, zwei Tage vor der außerordentlichen Hauptversammlung, bekannt gemacht wurde, zeige, dass Elector nichts anderes beabsichtige, als die Aktionäre in ihrem Stimmverhalten zu beeinflussen und ihn persönlich zu diskreditieren, kommentierte Naschke.

Balda liefert sich mit seinem Großaktionär seit Monaten einen erbitterten Streit über die Besetzung des Kontrollgremiums. Van Aubel wirft dem Aufsichtsrat Inkompetenz vor und setzte gerichtlich die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung durch. Van Aubel strebt die Abwahl des dreiköpfigen Gremiums an und will selbst zusammen mit Manager Oliver Oechsle und Anwältin Frauke Vogler das Ruder übernehmen.

Bei einer Hauptversammlungspräsenz von unter 60 Prozent hätte er mit seinem knapp 30-Prozent-Anteil gute Chancen, seinen Antrag durchzuboxen. Derweil haben sich weitere Anteilseigner ins Spiel gebracht. Der US-Investor TPG mit dem Fonds Octavian und Indaba schickt den ehemaligen Merck -Manager Klaus Rueth um die Wahl des Aufsichtsrates ins Rennen.

Bei dem ersten Aktionärstreffen Mitte Juli scheiterte van Aubel allerdings, da Aufsichtsratschef und Versammlungsleiter Naschke die Aktionärsversammlung wegen Formfehlern bei der Einladung für beschlussunfähig erklärte. Van Aubel errang jedoch einen weiteren Etappensieg. Er setzte gerichtlich die Abberufung Naschkes als Versammlungsleiter durch. Statt dessen bestellte das Amtsgericht Bad Oeynhausen Rechtsanwalt Christoph Seibt, Partner der Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer, zum Versammlungsleiter der zweiten außerordentlichen Hauptversammlung am 4. September in Berlin.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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