Kunststoffverarbeitung
Plastik hält die Welt zusammen

Die Einsatzmöglichkeiten von modernen Kunststoffen nehmen stetig zu. Heute kommen die Polymer-Produkte zum Beispiel beim Bau von Skiliften, bei der Befestigung von Deichen und im Gleisbau zum Einsatz.

BREMEN. Der Kunde war einer der führenden Sessellift-Hersteller in Österreich – und ihm schwebte ein ganz spezielles Produkt vor: Ultraleichte Skilift-Kabinen wollte er bauen, deren Haube als Rundum-Fenster durchsichtig sein sollte. Außerdem sollten Skifahrer sie leicht auf- und zuklappen können. Dieter Keck hat den Wunsch erfüllt – mit Hilfe modernster Kunststofftechnik: „Ohne Kunststoff wäre das nicht realisierbar gewesen“, erinnert sich der Geschäftsführer der Hans Keim Kunststoffe GmbH.

Der mittelständische Lieferant hochwertiger Kunststoff-Zuschnitte bei Stuttgart verwendete für die Herstellung der durchsichtigen Skilift-Hauben einen besonders leichten Kunststoff, der dabei aber wesentlich fester und leichter formbar war als Glas. Mittlerweile dient Keims Plastik-Bauteil in Hunderten von Skilift-Kabinen als Sichtfenster und schützende Haube.

In den Sechziger Jahren wurden erste Kunststoffe wie Polypropylen zum Massenprodukt. Heute werden sie als Allzweck-Werkstoff in allen Bereichen der industriellen Produktion eingesetzt. „Ihre grundlegenden Eigenschaften sind mittlerweile entdeckt“, erklärt Volker Abetz, Leiter des Institutes für Polymerforschung am GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht. „Und dennoch hat das Zeitalter der Polymere gerade erst begonnen.“

Denn Forschungsinstitute und Unternehmen tüfteln laufend an neuen Werkstoffverbünden, um Kunststoffe in immer mehr Anwendungsbereichen einsetzen zu können. Derzeit liefern die Hersteller rund 30 Prozent des produzierten Kunststoffs an die Verpackungsindustrie. Bis zu 25 Prozent werden im Bausektor verarbeitet, zum Beispiel als Wärmedämmung. Die Automobilindustrie übernimmt rund zehn Prozent des Kunststoffs, während ein Prozent in den zukunftsträchtigen Markt der Medizintechnik geht.

Vorreiter bei neuen Polymer-Anwendungen sind die Luftfahrt- und Autoindustrie, die den Werkstoff vor allem wegen seiner Wirtschaftlichkeit schätzen: „Bedeutendster Vorteil der Kunststoffe ist die günstige Energiebilanz“, fasst Polymer-Forscher Volker Abetz zusammen. Für die Herstellung von Kunststoffen benötigt die Industrie im Vergleich etwa zu Metall und Stahl nicht nur wesentlich weniger Energie – sprich eine niedrigere Temperatur. „Polymere sind vor allem viel leichter als zum Beispiel Bauteile aus Metall, was bei Flugzeugen und Autos enorm viel Treibstoff spart.“

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