Kursverfall
Dollarschwäche erschwert deutsche Exporte

Fast zeitgleich haben Ölpreis und Euro am Mittwoch Rekorde aufgestellt. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) rechnet wegen des starken Euro auch in diesem Jahr mit einem Rückgang der deutschen Exporte in die USA.

HB KÖLN. Bereits 2007 seien die Ausuhren in die weltgrößte Volkswirtschaft um sechs Prozent auf 73,5 Milliarden Euro gesunken. „Es ist zu befürchten, dass die negative Entwicklung in diesem Jahr anhält“, sagte bfai-Expertin Elfi Schreiber. Neben dem starken Euro dämpfe auch die Konjunkturschwäche in den USA.

Die Gemeinschaftswährung war am Mittwoch auf das Rekordhoch von 1,5087 Dollar gestiegen. Die Vereinigten Staaten sind nach Frankreich der größte Abnehmer deutscher Produkte. Auf Platz drei folgt Großbritannien.

VDA-Chef Matthias Wissmann räumte bereits erschwerte Exporte für die deutschen Autokonzerne durch den Kursverfall des Dollar ein. Die Autobauer seien auf dem wichtigen US-Markt erfolgreich und in den vergangenen Monaten gegen den Trend gewachsen, erklärte Wissmann. „Allerdings erschwert die Wechselkursentwicklung zunehmend das Geschäft und gibt uns beim Export in den Dollarraum keinen Rückenwind.“ Deutsche Autokonzerne exportieren überwiegend in die USA, wodurch sie unter dem starken Euro-Kurs leiden.

Das DIW erwartet indes trotz der Rekordjagd des Euro keinen Konjunktureinbruch in Deutschland. „Der hohe Eurokurs ist Ausdruck unserer eigenen wirtschaftlichen Stärke“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann. „Eine Bedrohung für den Aufschwung sehe ich im Moment nicht.“ Erst wenn die Konjunkturschwäche in den USA auf Frankreich und andere wichtige Handelspartner übergreife, sei mit deutlichen Bremsspuren zu rechnen.

Zudem seien die Exporteure sehr gut aufgestellt. „Deutsche Produkte bleiben wegen ihrer Qualität gefragt, die Exportwirtschaft wird deshalb nicht einbrechen.“ Ohnehin werde die Masse der Ausfuhren in Euro abgerechnet und bleibe von Wechselkursschwankungen unberührt. Die Firmen müssten sich noch längere Zeit auf eine starke Gemeinschaftswährung einstellen.

„Ich kann mir vorstellen, dass es noch ein Stück höher geht - vor allem bei einer Rezession in den USA“, sagte Zimmermann. Der DIW-Chef rät der Europäischen Zentralbank (EZB), ihren Leitzins in den kommenden Monaten bei vier Prozent zu belassen. Der Preisdruck in der Euro-Zone bleibe hoch, auch wenn er vom starken Euro etwas gedämpft werde.

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