Lackieranlagenbauer
Alle Segel sind auf volle Fahrt gesetzt

Der Lackieranlagenbauer Venjakob hat es geschafft: Das Familienunternehmen aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück hat den amerikanischen Markt erobert und binnen zwei Jahren seine Belegschaft nahezu verdoppelt. Wie der Lackiermaschinenhersteller Venjakob den Schritt vom Handwerksbetrieb zur industriellen Fertigung vollzog.

RHEDA-WIEDENBRÜCK. Als Otto Nüßer im vergangenen Jahr in Cleveland im amerikanischen Bundesstaat Ohio vor die Belegschaft der in Schieflage geratenen Firma Nutro trat und sagte, er werde der neue Boss, blickte er in 45 erleichterte Gesichter. Es war ein ungemein erhebender und wichtiger Schritt, wird Nüßer später sagen - zu sehen, dass die Amerikaner sich bei ihm gut aufgehoben fühlen. Der Lackiermaschinenhersteller Venjakob war in den Staaten, einem der wichtigsten Absatzmärkte der Welt, angekommen. Endlich.

Dieses Ereignis beschreibt wie kein anderes die Erfolgsstory des Familienunternehmens aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück. Venjakob war schon einmal in den USA. Doch ein dramatisch fallender Dollar und die folgende Rezession Ende der 80er Jahre ließen den damaligen Chef und Firmengründer Heinrich Venjakob die Reißleine ziehen. Die Vertriebsgesellschaft wurde geschlossen und der Markt den italienischen Mitbewerbern überlassen.

Doch das ist alles lange her. Otto Nüßer, Schwiegersohn des Gründers und heutiger Gesellschafter und Chef, will darüber eigentlich nicht mehr sprechen. Denn Venjakob hat es geschafft. Binnen der vergangenen zwei Jahre hat er Firmen in den USA sowie in Sarstedt bei Hannover gekauft, und die Belegschaft nahezu verdoppelt. Der heute ebenfalls fallende Dollar trifft Venjakob nicht mehr, weil ein im Jahr 2003 im kanadischen Bolton eröffnetes Servicebüro Geschäftsbeziehungen in den US-Markt pflegt, und die neue US-Tochter viel für den amerikanischen Markt produziert. Gut gerüstet greift der Spezialist für Oberflächenbeschichtung also den Weltmarkt an, erwirtschaftet mehr als 30 Mill. Euro und beschäftigt 200 Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück.

Der Schritt vom Handwerksbetrieb zur industriellen Fertigung begann 1989. Seniorchef Heinrich Venjakob musste mit 65 Jahren krankheitsbedingt das Ruder an seine Tochter übergeben - und an den Schwiegersohn. Otto Nüßer machte sich mit seiner Frau Elisabeth daran, das Unternehmen zu reorganisieren, das Maschinen für Oberflächenbehandlung in der Holz-, Metall-, Kunststoff- und Glasindustrie baut.

Für die damals schon gut 100 Mitarbeiter kein einfacher Schritt. Zumal der Maschinenbau Ende der 80er Jahre schwere Zeiten durchlebte. Und nun fehlte auch noch der alte Steuermann, der die Richtung vorgab. Der junge Chef, damals immerhin 45 Jahre alt, leitete zwar seit 15 Jahren den Vertrieb, schlug aber einen anderen Ton an.

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