Länder Zentralasiens bieten mehr als Öl und Gas
Neue Märkte an der Seidenstraße

„Künftige Tankstelle Europas“ betitelten einige Medien bereits die Länder Zentralasiens als sie im Frühjahr 2007 über deren erstes Gipfeltreffen mit der EU berichteten. Dabei hat die Region auch abseits der Ölquellen und Pipelines der europäischen Wirtschaft viel zu bieten.

KÖLN. „Für ein Engagement sprechen der immense Nachholbedarf in allen Industrie- und Dienstleistungsbranchen, das Baugeschehen und der Verbrauchermarkt mit 60 Millionen Menschen“, sagte der Direktor der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) Gerd Herx auf der bfai- Jahrespressekonferenz Anfang März 2008.

Zentralasien gelangt als Absatz- und Beschaffungsmarkt immer stärker in den Fokus deutscher Firmen. Die riesigen Rohstoffvorkommen der Region von Öl, Gas, Erzen aller Art und die agrarischen Ressourcen schaffen dazu die nötigen finanziellen Spielräume.

„In der Region fließen gewaltige Investitionen in Infrastruktur, Bauwirtschaft, diverse Industriezweige, Handel, Dienstleistungen und das Gesundheitswesen“, betonte bfai-Korrespondent Uwe Strohbach, der Bundeswirtschaftsminister Glos Ende Februar 2008 auf einer Delegationsreise nach Usbekistan und Turkmenistan begleitete.

Als wirtschaftliche Lokomotive der Region gilt Kasachstan. Die Republik mit 15,6 Millionen Einwohnern gehört zu den zehn Ländern mit den größten Erdöl- und Erdgasreserven weltweit. Die sprudelnden Einnahmen aus dem Verkauf von Öl und Gas ermöglichen einen regen Import von Maschinen und Ausrüstungen einschließlich Medizin-, Elektro-, Mess- und Regeltechnik sowie Kraftfahrzeuge.

Deutsche Exporte nach Kasachstan verdreifacht

Die deutschen Exporte nach Kasachstan haben sich seit 2003 nahezu verdreifacht, 2007 erreichten sie fast 2 Mrd. Euro. Die deutschen Maschinenbaulieferungen nach Kasachstan werden 2008 mit circa 900 Mill. US-Dollardreimal so hoch ausfallen wie 2005. Auf das Land entfallen rund 90% der deutschen Exporte nach Zentralasien.

„Die Lieferchancen sind heute so günstig wie noch nie", erklärte Strohbach. Der Investitionswert der von den staatlichen Förderinstituten mehr als 200 genehmigten Projekte in Branchen außerhalb des Öl- und Gassektors betrug Anfang 2008 rund 6 Mrd. US-Dollar. Bis 2009 solle das Projektportfolio auf 10 Mrd. US-Dollar steigen, so der bfai-Zentralasienkorrespondent.

Die aktuellen Vorhaben konzentrieren sich auf den Aufbau von Industrie- und Dienstleistungsclustern, den Ausbau des Straßen- und Schienennetzes sowie den Bau von 20 modernen Logistikzentren. Milliardenbeträge fließen in den Bau von Werken für die Produktion von Stahlrohren, Primäraluminium, Polykristallsilizium, Ferronickel, Katodenkupfer, Autoreifen, Ammoniak, Karbamid und Zement. Der deutsche Konzern Thyssen Krupp engagiert sich in den Sparten korrosionsfreier Stahl, Walzgut und Bohrtechnik für die Ölförderung. Die Siemens AG beteiligt sich an Energieprojekten.

Auch die in den nächsten Jahren im Öl- und Gassektor erwarteten Investitionen von jährlich 4 Mrd. bis 5 Mrd. US-Dollarbieten Zulieferfirmen eine Fülle von Absatzchancen.

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