„Landbrot“
Schwäbische Bäcker erobern New York

Der US-Metropole mangelt es kulinarisch eigentlich an nichts. Doch zwei deutsche Unternehmer haben mit ihrer neuen Szene-Bäckerei genau ins Herz der New Yorker getroffen. Die Lockstoffe: Brezen, Brötchen und Kirschtorte.
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New YorkMartha Stewart war schon da. Alec Baldwin auch. Die Fernseh-Ikone und der Hollywood-Star werden genauso von Bratwurst und deutschem Körnerbrot angelockt wie die vielen anderen New Yorker,  die eine schwäbische Bäckerei gerade zum neuen Szenelokal küren.

Für Volker Herrmann läuft alles nach Plan. Der 31-Jährige Unternehmer aus dem baden-württembergischen Hechingen hat eine siebenstellige Summe investiert, um ein Haus in New Yorks schickem Ausgehviertel Greenwich Village in eine Mischung aus Bäckerei und Bar zu verwandeln. „Landbrot“ heißt das ungewöhnliche Konzept, das Herrmann gemeinsam mit seinem Partner David Rothe auf die Beine gestellt hat. „Wir wollen damit keine Touristen anlocken. Wir wollen Landbrot zu einem echten New Yorker Lokal machen“, stellt Herrmann klar. Das Brot wird allerdings von einem deutschen Bäckermeister gebacken.

Der schlacksige Manager mit den kurzen schwarzen Haaren hat bereits sieben Unternehmen gegründet, die in einer von ihm geführten Unternehmensgruppe zusammengeführt sind. Doch weder er noch sein Partner haben Erfahrung im harten und kostspieligen New Yorker Gastronomiegeschäft. Die Schwaben sind eher in der Welt der Telekommunikation zu Hause. Zu Herrmanns Unternehmen gehört unter anderem die Firma „Kabelwelt“, die in Fußgängerzonen Läden für Kabelanbieter wie Unitymedia und Kabel BW betreibt.

Eine Dienstreise brachte Herrmann und Rothe 2008 nach New York. „Da fiel uns auf, dass es hier so gut wie gar kein deutsches Brot gibt“, erinnert sich Rothe, der das operative Geschäft in New York leitet.  Statt wie junge Gründer im Silicon Valley Internet-Unternehmen zu gründen, entschieden sich die Schwaben, in die Herstellung von Laugenbrezen, Kaiserbrötchen und Schwarzwälder Kirschtorte zu investieren. Und sie haben ehrgeizige Ziele. Im Mai eröffnet eine zweite Filiale in New York. „Wir könnten uns vorstellen, in den nächsten vier Jahren 16 Bäckereien zu eröffnen“, sagt Herrmann. Nicht nur in New York , sondern auch in Philadelphia und in anderen großen Städten.

Das nächste große Projekt zeichnet sich bereit ab. Ende April hat er eine weitere Firma gegründet, die Großhandelskunden mit den Backwaren von Landbrot beliefern wird. New Yorker stehen offenbar auf schwäbische Backkunst. „Wir haben schon sehr viele Anfragen“, sagt Herrmann, „und wollen diese schnellstmöglich bedienen.“

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

Kommentare zu " „Landbrot“: Schwäbische Bäcker erobern New York"

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  • richtige "Brot-Cafes" gibt es seit 2001 in NY

  • was fuer ein dummer Kommentar. Wer Geld hat und 7-stellige Summen investieren kann, der hat keine Angst.

  • Yes, Schwabenpower worldwide! Die Bürger des besten Bundesstaates von Deutschland zeigen mal wieder wo es lang geht. Ein Beispiel für alle negativen Nörgler mit der German Angst, dass es auch anders geht. Hut ab!

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