Landwirtschaftliche Rentenbank
Finanzhilfe für Bauern

Die Landwirtschaftliche Rentenbank reagiert auf die ersten Hilferufe nach erheblichen Ernteausfällen auf den Feldern und öffnet ihre Fördertöpfe.

FRANKFURT. „Wenn die Landwirte auf Grund der Witterung in Liquiditätsengpässe kommen, springen wir natürlich ein“, sagte Vorstandssprecher Uwe Zimpelmann dem Handelsblatt. Die Fördermittel aus den Sonderprogrammen könnten dann beantragt werden, wenn durch die anhaltende Trockenheit erhebliche Umsatzrückgänge entstehen. Noch sei das Ausmaß der Schäden nicht absehbar, aus Brandenburg sei aber beispielsweise bekannt, dass bei Weizen und Raps ein großer Teil der Ernte verloren gegangen sei. „Das kann ein größerer Brocken werden, die genaue Schadenshöhe und damit Förderhöhe wissen wir aber noch nicht“, so der Vorstandschef.

Die Förderbank für die Landwirtschaft hatte schon im letzten „Jahrhundertsommer“ 2003 tief in ihre Geldtöpfe gegriffen und – inklusive der „Trockenhilfe Bayern“ – rund 63 Mill. Euro für dürregeschädigte Betriebe bereitgestellt. Die speziellen Hilfen müssen bei der Hausbank oder Sparkasse vor Ort beantragt werden. Die Mittel werden mit einer Laufzeit von vier oder sechs Jahren angeboten und sind wahlweise mit einem Tilgungsjahr ausgestattet. Je nach Laufzeit liegt der nominale Zinssatz momentan zwischen 4,25 und 4,55 Prozent. Wenn einzelne Bundesländer zusätzliche Hilfen anbieten, kann sich der Gesamtaufwand für die Bauern noch verringern.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank gehört zu den am besten verdienenden Kreditinstituten in Deutschland. Im ersten Halbjahr sank die Kosten-Ertrags-Relation auf 16,4 Prozent, um einen Euro zu verdienen, mussten also nur gut 16 Cents eingesetzt werden. Zum Vergleich: Private Banken und Landesbanken setzen zwischen 60 und 80 Cent ein. Das Neugeschäft der Förderbank erreichte in den ersten sechs Monaten 8,6 Mrd. Euro, entsprechend einem Plus von 22 Prozent gegenüber dem anteiligen Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge kletterte leicht um 3,3 Prozent auf 94,1 Mill. Euro. Zimpelmann ist zuversichtlich, im Gesamtjahr zumindest wieder das Rekordergebnis aus 2005 erreichen zu können.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank profitiert seit Jahren von der verbesserten wirtschaftlichen Lage der Agrarbetriebe. Entgegen landläufiger Meinung ist beispielsweise die Eigenkapitalquote der landwirtschaftlichen Betriebe hoch, außerdem schlägt sich der Boom bei erneuerbaren Energien positiv in den Bilanzen nieder. Die Rentenbank hat sich darauf eingestellt und fördert seit Jahren Solaranlagen, Biogas-Projekte, Windkraftanlagen, nachwachsende Rohstoffe und alternative Kraftstoffe. Im ersten Halbjahr wurden dafür 218 (323) Mill. Euro zugesagt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%