Langfristige Sicherung der heutigen Zinssätze
Zinstief vorüber?

Bleibt es bei den Konjunkturerwartungen und damit einhergehenden steigenden Inflationsraten in den westlichen Industrieländern, müssen Unternehmer bei mittel- und langfristigen Investitionen mit wieder steigenden Zinsen rechnen.

Wenn das Zinstief der vergangenen Jahre tatsächlich vorüber geht, sollten Unternehmer nicht zögern und über geeignete Maßnahmen zur möglichst langfristigen Sicherung der heutigen Zinssätze nachdenken. Dazu ist zunächst einmal eine Bestandsaufnahme der bisher bereits bestehenden langfristigen Kreditverbindlichkeiten und der in den kommenden Monaten geplanten betrieblichen Investitionen erforderlich. Eine Zusammenfassung bestehender Verbindlichkeiten einschließlich ursprünglicher und aktueller Kreditsalden, Laufzeiten, Zinssätzen sowie Zinsbindungszeiträumen kann die Hausbank in einer Übersicht bereitstellen.

Auf dieser Grundlage erfolgen die erforderlichen Dispositionen. Je nach persönlicher Einschätzung der voraussichtlichen Dauer des Zinsänderungsprozesses sollten zunächst die Kredite mit variablen, also jederzeit veränderbaren Zinssätzen abgesichert werden. Das kann beispielsweise durch eine Festzinsvereinbarung oder durch eine nach wie vor variable Zinsvereinbarung mit einer Zinsobergrenze erfolgen. Diese Variante besitzt bei entsprechender vertraglicher Gestaltung den Vorteil, dass der variable Kreditzins bei wider Erwarten fallenden Zinssätzen beim Bank- oder Sparkassenkunden ebenfalls gesenkt werden muss. Wesentliches Kriterium wird hierzu die von der Bank berechnete Gebühr für die Zinsobergrenze sein. Es hängt von der Risikobereitschaft des Kreditnehmers ab, ob er auf die Zinsobergrenze und die damit verbundene Gebühr verzichtet und den variablen Zinssatz zunächst beibehält. Allerdings sollte dann die Zinsentwicklung während der kommenden Monate sorgfältig beobachtet werden. Reagiert er auf steigende Zinsen zu spät, kann sich dies sehr schnell zu seinem Zinsnachteil auswirken. Der bei längerfristigen Krediten immer wiederkehrende Vorschlag, die Möglichkeit kostenloser, außerplanmäßiger Tilgungen in den Kreditvertrag aufzunehmen, gilt auch hier. Je nach Kreditgeber und Verhandlungsspielraum sind solche Tilgungen auch ohne Mehrkosten durchaus möglich.

In die zinsstrategischen Überlegungen sollte auch der Kontokorrentkredit einbezogen werden. Da es bei einer Vielzahl von Betrieben längst zu einer teuren Übung geworden ist, auch langfristige Investitionen zumindest vorübergehend über das Geschäftskonto zu finanzieren, sind Überlegungen im Hinblick auf eine Umschuldung mit fester Zinsvereinbarung zu empfehlen. Im Rahmen einer sorgfältigen Liquiditätsplanung kann auf diesem Weg ein Teil des Kontokorrentkredites in einen Betriebsmittelkredit meist weitaus zinsgünstiger umfinanziert werden. Möglicherweise sind hier auch öffentliche Fördergelder eine interessante Alternative. Bevorstehende Investitionen orientieren sich ebenfalls weitgehend an der Zinsentwicklung. Daher sollte der Betriebsinhaber in Abstimmung mit dem Steuerberater seine mittel- und langfristige Kapitaldienstfähigkeit ermitteln, um vor allem seine zukünftigen Zins- und Tilgungsraten entsprechend zu planen.

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