Lars und Meike Schlecker
Nette Erben ohne Macht

Die Kinder der Drogerie-Legende Anton Schlecker sollten dem Unternehmen sein Schmuddelimage austreiben und für neues Wachstum sorgen. Nun ist Schlecker pleite. Den Erben mangelte es an Einfluss.
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DüsseldorfAnton Schlecker kann sich auf seine Kinder verlassen. Anstatt sich auf dem Wohlstand ihres Vaters auszuruhen, haben Lars und Meike Schlecker beide Wirtschaft studiert, an den besten Universitäten Europas. Dann sind sie in Vaters Unternehmen eingestiegen und waren vor zwei Jahren zur Stelle, als es darum ging, die Drogeriemarktkette, die die Schleckers einst zu Milliardären gemacht hat, vor dem Verfall zu retten.

Die Umsätze sanken, die Mitarbeiter klagten über schlechte Behandlung, das Image war schlecht. Mit ihrem Aufstieg in das Management sollten Lars und Meike der Marke Schlecker ein neues Gesicht geben, ein freundliches Gesicht. Doch kein Jahr später ist die größte Drogeriemarktkette des Landes wieder dort, wo sie vor Einstieg der jungen Leute stand: Die Umsätze sinken, das Image ist schlecht, man verhandelt über einen Sanierungstarifvertrag.

War die Aufgabe zu groß? Oder haben, wofür einiges spricht, Lars und Meike Schlecker nicht so viel Einfluss, wie sie glauben machen wollen? Die Schlecker-Kinder schweigen.

Am Anfang ihrer Unternehmerkarriere war das anders. Da gaben sie Interviews, erzählten, wie sie Schlecker schöner machen wollten. Freundlicher! Erfolgreicher! Sie schienen als das perfekte Paar. Lars Schlecker, der mit seinem Lockenschopf und den feinen Gesichtszügen als Philosophiedozent durchgehen würde, und Meike Schlecker, klug, strebsam, noch dazu eine junge Mutter. Richtig nett sahen sie aus, kaum zu glauben, dass ihr Image einmal ähnlich schlecht sein würde wie das ihres Vaters.

Lange Zeit kämpfen sie gegen die Fakten - und verloren: Die größte deutsche Drogeriekette ist insolvent. Schlecker hatte in den vergangenen zwei Monaten 600 Filialen geschlossen. Im vergangenen Jahr fiel der Umsatz um 650 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden. Schon seit 2008 schreibt Schlecker rote Zahlen. Jetzt verhandelt das Unternehmen mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag.

Ob die beiden Schleckers dafür verantwortlich sind, ist nicht so leicht festzustellen. Anders als oft suggeriert, sind sie operativ nämlich gar nicht tätig. Um das Tagesgeschäft kümmert sich Thorben Rusch, ein Manager, der seit 15 Jahren in dem Unternehmen arbeitet. Er ist, neben Anton Schlecker, offenbar noch immer der starke Mann in der Zentrale. Das berichten jene, die dort beratend oder mitarbeitend ein- und ausgehen.

Kommentare zu " Lars und Meike Schlecker: Nette Erben ohne Macht"

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  • Ich versuche mit Bezug auf den Artikel mal eine Provokation:

    Wie ich schon oft behauptet habe (im Zusammenhang mit EURO, GR und EU-Diskussion) lebte die alt-BRD stark über ihren Verhältnissen.
    Nun sind Schlecker und Mediamarkt-Saturn und irgendwie auch VW-nach-Lopez exakt die Beweise dafür:
    Wettbewerbsfähig sind die gelobten deutschen Weltmeister-Konzerne nur solange Raubbau am Lohn und an Lieferantenpreisen betrieben wird. Sobald nur der kleinste Schritt zurück zu fetten DM-Zeiten passiert (Tariflohn, usw.) krächzt der Pleitegeier.
    Was lehrt uns das alles?
    Wir in Deutschland leben immer noch über unsere Verhältnisse. Ich sage nur: HB Online Artikel zum Saarland.
    - Lebensmittelpreise müssen, auch zum Nutzen der Erzeuger, steigen
    - Nachhaltigkeit muss her, überall
    - weniger Malle und große Autos, keine Markenklamotten für jedermann und iPhone & Co. können sich vielleicht doch nicht 82 Mio. Bürger leisten
    und vielleicht führt das dann zu etwas mehr Stabilität.

    Preisfrage: Welche gesellschaftliche Kraft (und ich formuliere bewusst NICHT "politische" Kraft) soll das durchsetzen? Die Schlecker-MA?
    PS: Diese Woche ist Head & Shoulders bei Rossmann nur 2,99€, da düse ich jetzt hin ein Schnäppchen schnappen.

    Schönes WoE.

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