Laserhersteller
Außenhandel entwickelt sich zur Achillesferse

Was in Boomphasen für enormes Wachstum sorgt, erweist sich in der Wirtschaftskrise als Achillesferse: Ihre starke Abhängigkeit vom Export verhagelt den Laserherstellern in der Krise das Geschäft. Der wichtigste Markt für deutsche Laserhersteller ist Asien, China bleibt Hoffnungsträger Nummer eins.

KÖLN. Das Ergebnis von Frank Maßmanns Arbeit passt in jede Brieftasche. Ob Krankenkassenkarte, polnischer Pass oder ungarischer Führerschein: auf jedem dieser Dokumente hat der Geschäftsführer der IBL Innovative Berlin Laser GmbH seine Spuren hinterlassen. Das Unternehmen produziert so genannte Strahlquellen, mit denen Druckereien die Pässe beschriften oder Fotos auftragen können. "Der Konsument weiß gar nicht, dass da mein Laser dahinter steckt", sagt Maßmann. Neben dem Geschäft mit der Bürokratie verdient er sein Geld auch mit dem Militär. Durch Laser an Flugzeugen sollen feindliche Boden-Luft-Raketen so stark in die Irre geführt werden, dass sie ihr Ziel verfehlen.

Der scharfe Kontrast zwischen den Geschäftsfeldern zeigt vor allem eins: Auf vielen Gebieten der Lasertechnik ist deutsches Wissen gefragt. Und zwar weltweit. Gepäppelt durch staatliche Förderprogramme stieg Deutschland seit Ende der 1980er Jahre in vielen Bereichen zum Weltmarktführer auf, so etwa bei Lasern für die industrielle Fertigung. Mittlerweile erwirtschaften die 1 000 meist mittelständischen Unternehmen zusammen einen Umsatz von mehr als 22 Mrd. Euro im Jahr. Das meiste Geld fließt aus dem Außenhandel. Mit einem Anteil von rund zwei Dritteln ist der Industriezweig einer der erfolgreichsten im Export. Bei IBL ist es noch mehr. "Es bleibt eigentlich kein Laser in Deutschland", sagt Geschäftsführer Maßmann.

Was in Boomphasen für enormes Wachstum sorgt, erweist sich in der Wirtschaftskrise jedoch als Achillesferse. Branchenexperten erwarten für das laufende Jahr einen erheblichen Dämpfer. Schon die vorläufigen Zahlen über den Außenhandel mit den Vereinigten Staaten dürften nicht mehr zu halten sein. Im Januar rechnete der Branchenverband Spectaris für das vergangene Jahr noch mit einem geringen Rückgang der Exporte von Lasern und optischen Komponenten um drei Prozent gegenüber 2007. Schon das wäre wenig erfreulich. Doch es ist wahrscheinlich, dass der Verband bei der Präsentation der offiziellen Zahlen in einer Woche diese Prognose deutlich nach unten korrigieren muss.

Der Außenhandel schwächelt, nicht nur mit den Amerikanern, sondern mit allen wichtigen Absatzländern. Die Laserunternehmen sind deshalb so anfällig, weil ihre Technologie meist in anderen exportorientierten Branchen wie dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie zum Einsatz kommt. Geht es denen schlecht, dümpelt auch die Lasertechnik. "Das ist momentan schon ein handfestes Gewitter", sagt Lutz Aschke, Geschäftsführer der Limo Lissotschenko Mikrooptik GmbH. Die Dortmunder statten Geräte mit Lasern aus, mit denen Ärzte Haare oder Krampfadern entfernen. Außerdem fertigen die rund 200 Mitarbeiter Linsen, die sie vor die Laser schrauben, um den Strahl präziser zu machen. Konzerne wie Samsung brauchen diese Optiken, um Flachbildschirme zu bauen. Deshalb ist Asien für Limo der wichtigste Exportmarkt außerhalb Europas. Dort sind es vor allem Japan und Korea wegen der starken Unterhaltungsindustrie.

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