Lasertechnik
Gute Geschäfte mit messerscharfem Licht

Erst im Jahr 2000 war Heidelberg Instruments in die Produktion von Laser-Bohrmaschinen eingestiegen. Der Bedarf war enorm, die Prognosen schwindelerregend. Doch dann brach der Markt innerhalb kürzester Zeit ein. Bei Werkzeugen mit Lasern läuft das Geschäft besser. Dort gibt Deutschland den Ton an.

BREMEN. Mit gebündeltem Licht sollten Platinen gebohrt werden, wie sie in Handys und Videorekordern zum Einsatz kommen. „Aber dann brach der Markt fast über Nacht weg“, erinnert sich Marketingmanager Sven Preuß. Die Krise an den Kapitalmärkten traf den Hersteller hart: „Im kurzen Boom haben wir etwa 20 Bohrsysteme verkauft", so Preuß. Danach war Schluss – das Unternehmen gab den neuen Zweig wieder auf.

Das angestammte Geschäft läuft besser: Laser-Lithographie-Systeme sind über die Jahre immer stärker gefragt. Mit den Anlagen lassen sich Glasplatten für Computer-Displays und Flachbildschirme fotochemisch bearbeiten. Heute macht Heidelberg Instruments in dem Markt mit 130 Mitarbeitern 15 Mill. Euro Umsatz. „Wir verkaufen bis zu 30 Laser-Lithographie-Systeme pro Jahr, mehr als jeder Konkurrent“, sagt Preuß.

Werkzeugmaschinen mit Laserstrahl sind ein boomender Teilmarkt der Branche. Deutschland hat hier international die Nase vorn: „Die hiesige Laserindustrie ist Weltmarkt- und Technologieführer“, sagt Peter Leibinger, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Laser im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.

Allein der Umsatz mit Laseranlagen für die Materialbearbeitung stieg im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 660 Mill. Euro. Ein Grund: Nicht nur die Elektronikindustrie braucht die Geräte, auch im Automobilbau werden heute ganze Karosserien mit Lasern produziert: Dachnähte und Türen werden verschweißt, Türfedern gehärtet und Bedienelemente beschriftet. „Und die tonangebenden Firmen sitzen in Deutschland“, stellt Leibinger fest.

Bei der Produktion von Laserstrahlquellen für die Industrie gehört die Hamburger Rofin-Sinar Technologies zu den Marktführern. In den vergangenen fünf Jahren wuchs das Unternehmen im Schnitt um je 17 Prozent – vor allem dank immer neuer Anwendungsfelder. Rofin-Sinar setzt vor allem auf Anlagen zum „Remote-Schweißen“: Das Verfahren ist bis zu zehnmal schneller als konventionelle Techniken und verkürzt Taktzeiten um bis zu 60 Prozent. Der Laserstrahl wird dazu nicht vom Roboterarm einer Schweißstelle entlang geführt, sondern per Scanner blitzschnell über ein internes Spiegelsystem gesteuert.

Auch bei der Trumpf-Gruppe in Ditzingen spielt das Geschäft mit Lasersystemen eine wichtige Rolle. Mit 1,4 Mrd. Euro Umsatz ist Trumpf der größte deutsche Werkzeugmaschinenbauer und weltweit knapp hinter dem japanischen Konkurrenten Yamazaki Mazak Nummer Zwei. Der Geschäftsbereich Laser trägt rund zwei Drittel zum Trumpf-Geschäft bei. Erst kürzlich brachte Trumpf eine neue Maschinen-Baureihe auf den Markt, die Werkstoffe vom Aluminium bis zu hochfestem Stahl in 2-D und 3-D schweißen, schneiden und bearbeiten kann. „Bei der Produktion einer PKW-B-Säule ergibt sich damit eine Zeitersparnis von 30 Prozent“, sagt Jens Bleher, Vertriebschef Lasertechnik bei Trumpf. Bei manchen Arbeitsschritten kommt der Laser allerdings nicht an andere Maschinen heran. Feine Biegungen etwa sind per Licht nicht zu erzielen. Doch auch dafür hat Trumpf eine Lösung parat: Der Verkauf von Stanzmaschinen legte in den vergangenen Jahren ebenfalls zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%