Lateinamerika-EU-Gipfel
Merkel lenkt den Blick auf Lateinamerika

Energie und Umwelt dominieren die erste Lateinamerikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Neben Deutschlands Interesse an den kürzlich in Brasilien entdeckten riesigen Ölquellen spielt auch das Thema erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe eine wichtige Rolle. Merkel ist sich darüber bewusst, dass die lateinamerikanischen Staaten dazu unterschiedlicher Meinung sind.

BERLIN. Im Mittelpunkt der ersten Lateinamerikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehen die Themen Umweltschutz und Energie sowie die Teilnahme am EU-Lateinamerika-Gipfel Ende kommender Woche in der peruanischen Hauptstadt Lima. Die Regierungschefin wird auf ihrer sechstägigen Reise durch Brasilien, Peru, Kolumbien und Mexiko von einer Wirtschaftsdelegation begleitet, die überwiegend aus mittelständischen Unternehmen der Verkehrs- und Umwelttechnik besteht.

Merkel beginnt ihren Aufenthalt am Mittwoch in Brasilien und besucht dort unter anderem VW do Brasil. Ferner soll ein Energieabkommen geschlossen werden. Vor dem Hintergrund des enormen Rohstoffreichtums der Region und mit Blick auf das kürzlich vor der Küste Brasiliens neu entdeckte riesige Ölfeld misst die Bundesregierung der Energiepolitik hohe Bedeutung bei.

Allerdings spielen bei dem Lateinamerika-EU-Gipfel in Lima auch erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe eine wichtige Rolle. Angesichts der umstrittenen Wechselwirkung zwischen dem Anbau von Biokraftstoffen und den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen sollen Standards für einen nachhaltigen Anbau vereinbart werden.

In der Bundesregierung ist man sich bewusst, dass die lateinamerikanischen Staaten dazu unterschiedlicher Meinung sind. Die deutsche Wirtschaft sieht in diesem Bereich Potenzial: „Es gibt große Chancen bei Umwelttechnologie, erneuerbaren Energien und Infrastruktur“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben gestern bei einer Veranstaltung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu deren neuem Lateinamerika-Konzept.

Mit dem Besuch will Merkel die steigende politische Bedeutung Brasiliens und Mexikos unterstreichen. In der Bundesregierung wird auch auf die starke Präsenz deutscher Unternehmen sowie auf die dynamische Wirtschaftsentwicklung verwiesen, die 2007 in Lateinamerika um 5,6 Prozent gestiegen ist. Der Außenhandel zwischen Deutschland und Lateinamerika wuchs um 16 Prozent. Kritisch wird der Trend zu linkspopulistischer Politik mit nationalistischen Untertönen in Teilen der Region gesehen. Neben den Wirtschaftsthemen wird Merkel in Kolumbien auch über Drogenbekämpfung und die Entführung von Ausländern sprechen.

Nicht geplant ist ein Termin mit Kubas neuem Staatschef Raoul Castro im Rahmen des Lateinamerika-Gipfels. Allerdings, so hieß es in Berlin, wisse man nie, wen man auf langen Konferenzfluren alles so treffe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%