Leasing
Städtler: „Das vierte Quartal Im Leasinggeschäft wird schwach“

Das Handelsblatt spricht mit Arno Städtler über das Thema Leasing. Städtler ist Leasing-Experte am Münchener Ifo-Institut.

Nach der außerordentlich positiven Entwicklung im Leasinggeschäft im ersten Halbjahr ist das dritte Quartal schwächer ausgefallen. Wie sieht es für das letzte Quartal 2005 aus?

Das vierte Quartal wird sicher das schwächste in diesem Jahr werden. Trotzdem ist unter dem Strich für das Gesamtjahr von einem ordentlichen Ergebnis zu sprechen.

Wird im kommenden Jahr nochmals ein Rekordergebnis erzielt werden? Ist nicht eine Sättigung im Leasinggeschäft erreicht?

Das Potenzial für weiteres Wachstum ist auf jeden Fall da. Die Marke von 50 Milliarden Euro im Neugeschäftsvolumen wird auch im kommenden Jahr wieder erreicht werden. Das Leasinggeschäft wird auch noch ein paar Jahre wachsen. Die Full-Service-Angebote spielen weiter eine große Rolle und sind ausbaufähig.

Laut neuer Bundesregierung soll die Mittelstandsfinanzierung verbessert und die Investitionsbereitschaft gestärkt werden. Sehen Sie Impulse für die Leasing-Branche?

Dass die neue Bundesregierung beabsichtigt, die Investitionstätigkeit zu stärken, ist sicherlich ein fördernder Impuls für das Leasinggeschäft. Ich denke da beispielsweise an die Anhebung des Satzes bei der degressiven Abschreibung für mobile Wirtschaftsgüter und an die Erhöhung der Investitionen in Verkehrswege um 4,3 Milliarden Euro. Noch wichtiger ist allerdings, dass die Regierung den potenziellen Investoren vermitteln kann, dass sie für eine berechenbare und zuverlässige Finanz- und Wirtschaftspolitik steht.

Wie glauben Sie, werden sich Mobilien- und Immobilien-Leasing im Einzelnen entwickeln?

Das Mobilien-Leasing ist im Wachstumstrend. Vom Potenzial her könnten die Leasinggesellschaften 2006 im Neugeschäft mit Mobilien ein deutliches Plus in der Größenordnung von sechs Prozent erzielen, das erneut die gesamtwirtschaftliche Investitionsentwicklung überträfe. Wie sich das Immobilien-Leasing entwickeln wird, ist schwer vorauszusagen. Die Talfahrt der Investitionen im Nichtwohnungsbau dürfte 2006 zum Stillstand kommen, außerdem stehen verschiedene Leasinggesellschaften in Verhandlungen zur Übernahme von größeren Immobilienpaketen einiger Bundesländer. Damit könnte zumindest das Niveau des Vorjahres zu erreichen sein.

Die Fragen stellte Anna Krause.

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