Lebensmittel
Bio-Branche kritisiert Öko-Produkte bei Discountern

Die Bio-Lebensmittelbranche sieht das wachsende Angebot von Öko-Lebensmitteln bei den großen Discount-Ketten kritisch. Zwar hat laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft der Markt für Bio-Lebensmittel in Deutschland im vergangenen Jahr um 15 Prozent zugenommen. An den Bio-Bauern gehe dieses Wachstum aber vorbei.

HB NÜRNBERG. Der Markt für Lebensmittel aus Bio-Anbau wächst seit Jahren stark. Zuletzt nahmen auch Discount-Ketten wie Aldi Bio-Produkte in ihre Regale. Nach Angaben von Götz Rehn vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft gab es zu Beginn dieses Jahres 9606 Betriebe in Deutschland, die auf mehr als einer halben Million Hektar Fläche zu ökologischen Bedingungen produzierten und vier Milliarden Euro Umsatz machten.

Über 40 Prozent der Erzeugnisse würden jedoch über die Discounter abgesetzt, sagte Rehn. Dies führe bereits zu Angebotslücken bei Fleisch, Milch oder Dinkel-Getreide. „Das ist kein organisches Wachstum, da werden große Mengen vom Markt abgezogen."

Zum anderen werde beispielsweise Bio-Milch von Discountern quersubventioniert und unter dem für Bio-Produkte üblichen Preis verkauft. „Das ist unerfreulich, denn dadurch werden Preisrealitäten geschaffen“, sagte Rehn. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft plädiere für ein angemessenes Preisbewusstsein. Ansonsten hätten Bauern, die nach den noch strengeren Regeln etwa der Verbände Demeter oder Bioland produzierten, Schwierigkeiten, ihre Produkte zu den notwendigen Preisen abzusetzen. Die Branche versucht, mit eigenen Bio-Supermärkten gegenzuhalten. Im vergangenen Jahr seien 60 solcher Märkte eröffnet worden.

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