Lebensmittel
Der Mehrwert aus dem Nährwert

Ob junger Single oder Rentner – für gute Lebensmittel greifen breite Bevölkerungsteile gern tiefer in die Tasche. Gesunde Qualitätsware soll der Branche zu neuen, margenstarken Geschäften verhelfen. Wie die Hersteller mit unkomplizierten, gesunden und raffinierten Lebensmitteln den Markt erobern.

KÖLN. Vor fünf Jahren machte Frosta einen mutigen Schritt: Auf einen Schlag stellte der Hersteller von Tiefkühlkost seine Produktion komplett um und verzichtete fortan konsequent auf künstliche Aromen, Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Prompt brachen die Umsätze um 40 Prozent ein. Doch dann ging es steil nach oben. Und Ende 2007 konnte Frosta mit einem Umsatz von 349 Mill. Euro das beste Betriebsergebnis seiner Geschichte feiern.

Frosta zeigt, von welcher Dynamik die Lebensmittelbranche in den letzten Jahren erfasst wird. Wachsende Rohstoffkosten drücken auf die Gewinnmargen, die Discounter drehen an der Preisschraube. „Nie war es so schwierig, sich auf dem Lebensmittelmarkt zu positionieren“, sagt Marktbeobachter Manfred Hachmeyer von der Unternehmensberatung Deloitte, „und nie war der Druck so groß, innovativ zu sein.“

Im zweistelligen Bereich sind die Einkaufspreise für viele Rohlebensmittel in den letzten zwölf Monaten gestiegen, so das Statistische Bundesamt. Im Juli lagen die Erzeugerpreise für Nahrungsmittel und Getränke insgesamt um 8,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat. „Ein baldiges Ende der Preissteigerungen ist nicht abzusehen“, prognostiziert Hachmeyer.

Angebots-Engpässe bei frischen Waren machten sich zuletzt bei Bio-Lebensmitteln bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2008 gaben die Bundesbürger zwar rund vier Prozent mehr für Bio-Lebensmittel aus als im Vorjahr, doch damals wuchsen die Ausgaben noch um 20 Prozent, berichtete die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Agrarprodukte Anfang des Monats. Viele Hersteller können die gestiegenen Einkaufs- und Energiepreise nur zum Teil an den Verbraucher weitergeben. Jetzt setzt die Branche auf Convenience-Produkte, die sich schnell zubereiten lassen, und auf „Wellfood“ für gesundheitsbewusste Konsumenten.

Damit sind möglichst unkomplizierte, gesunde und raffinierte Lebensmittel gemeint, Diät-Gerichte, Bio-Produkte und probiotische Joghurt-Kulturen. „Die Ausgaben der deutschen Haushalte für diese Wohlfühl-Lebensmittel sind von 2002 bis 2006 um 23 Prozent gestiegen“, heißt es in der aktuellen „Consumer's Choice“-Studie der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. Wellfood-Käufer sollen besonders zahlungskräftig sein.

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