Lebensmittelindustrie
Japans Lebensmittelmarkt: No pain, no gain

Japaner essen gerne. Der japanische Markt für Lebensmittel und Getränke gehört zu einem der größten der Welt. Der Einstieg ist zwar schwierig, aber das hohe Preisniveau ist die Mühe wert. Und: Noch zögern viele deutsche Unternehmer mit einem Engagement.

TOKIO. Japans Lebensmittelmarkt hat trotz der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise ein großes Potenzial. Importprodukte spielen eine wichtige Rolle, wobei deutsche Erzeugnisse bisher noch unterrepräsentiert sind. Auch wenn ein beträchtlicher Aufwand mit Einstieg und Bearbeitung verbunden ist, macht das Preisniveau den japanischen Markt interessant. Als wichtigste lokale Branchenmesse empfiehlt sich die "Foodex Japan".

Der japanische Markt für Nahrungsmittel und Getränke ist einer der größten der Welt. Nach Schätzungen des Fachblatts "Beverage and Food Statistical Monthly" des Verlags Nikkan Keizai Tsushinsha produzierte das Land 2008 Nahrungsmittel und Getränke im Wert von rund 23,3 Bill. Yen (153 Mrd. Euro; 1 Euro = 152,5 Yen im Jahresdurchschnitt 2008). Gegenüber 2007 war dies ein Zuwachs von 1,7%. Zu den wichtigsten Warengruppen gehören alkoholfreie Getränke (Anteil von 16,2%), Bier und andere alkoholische Getränke (15,8%), Mehl, Brot und Teigwaren (10,4%) sowie Süßwaren (10,2%).

Angesichts der allgemeinen Wirtschaftskrise und einem negativen Konsumklima sind die Wachstumsaussichten für 2009 jedoch sehr ungewiss. Nikkan Keizai Tsushinsha prognostiziert, dass zumindest die heimische Nahrungsmittel- und Getränkeerzeugung weitgehend stagnieren wird. Den zu erwartenden Produktionswert gibt der Verlag mit knapp 23,4 Bill. Yen an; dies würde einem Plus von 0,5% entsprechen.

Seit einigen Jahren schon wächst die Sparte Gesundheitskost ("health and functional food") unter allen Produktgruppen am stärksten. Sie profitiert vom großen Misstrauen vieler Verbraucher hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit, das durch zahlreiche Skandale (falsche Produktetikettierung und Verkauf von verdorbenem Reis) hervorgerufen wurde. Im Jahr 2008 stellten heimische Unternehmen Gesundheitskost im Wert von rund 800 Mrd. Yen her. Dies waren 11,1% mehr als im Jahr zuvor. Auch 2009 soll die Gesundheitskost zweistellig zulegen.

Ausländische Produkte spielen eine wichtige Rolle im Markt. Japan importiert etwa 60% seines Nahrungsmittelangebots auf Kalorienbasis. Zwar deckt Japan seinen Reisbedarf fast vollständig aus eigener Erzeugung, doch betrug der Selbstversorgungsanteil bei Getreide 2007 (letzte Angaben) insgesamt nur 28%. Bei Obst erreichte die Quote 41%, bei Fisch waren es 53%, bei Fleisch 56% und bei Gemüse 81%.

Nach Angaben der Zollstatistik importierte Japan 2007 lebende Tiere und tierische Produkte, Waren pflanzlichen Ursprungs, tierische und pflanzliche Fette und Öle sowie verarbeitete Lebensmittel (Abschnitte 1 bis 4 der Außenhandelsstatistik) im Gesamtwert von 6,1 Bill. Yen. Die Einfuhren stiegen 2008 um 5,1% auf 6,4 Bill. Yen.

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